„4U 9525″: Ermittlungen dauern an

Düsseldorf. Die Ermittlungen zum Absturz des Germanwings-Fluges 4U 9525 in den französischen Alpen werden sich noch Monate hinziehen. Diese Zeit benötige die Staatsanwaltschaft, die Akten der französischen Untersuchungen zu sichten.

Airbus der Fluglinie Germanwings (Bild: NRW.direkt)

Airbus der Fluglinie Germanwings (Bild: NRW.direkt)

Wie die Staatsanwaltschaft in Düsseldorf am Dienstag mitgeteilt hat, haben die französischen Behörden als Reaktion auf ein Rechtshilfeersuchen die dortigen Ermittlungsergebnisse durch Übersendung eines Datenträgers mit zahlreichen eingescannten Dossiers in französischer Sprache zur Verfügung gestellt. Jetzt wird deren Übersetzung veranlasst, die anschließende Auswertung der umfangreichen Unterlagen werde voraussichtlich mehrere Monate in Anspruch nehmen. Weitere Erklärungen können vor einer vollständigen Auswertung der übergebenen Beweismittel nicht in Aussicht gestellt werden.

Flug 4U 9525 der Lufthansa-Tochter Germanwings zerschellte am 24. März 2015 auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den südfranzösischen Alpen. Alle 150 Insassen kamen dabei ums Leben. Die vorläufigen Ermittlungen der französischen Staatsanwaltschaft ergaben, dass der Copilot Andreas Lubitz den Sinkflug des Airbus 320 willentlich herbeigeführt und die Geschwindigkeit vor dem Aufprall erhöht habe.

Zwei-Personen-Regel eingeführt

Carsten Spohr, Vorstandvorsitzender der Lufthansa, sagte zwei Tage später: „Wir müssen fassungslos zur Kenntnis nehmen, dass das Flugzeug willentlich zum Absturz gebracht wurde.“ In anderen Teilen der Welt gab es zwischen 1980 und 2014 bereits sechs Flugzeugabstürze, die auf einen Selbstmord des Piloten zurückgeführt werden. In der deutschen Luftfahrtgeschichte war diese Absturzursache jedoch unbekannt, weshalb das Unglück im ganzen Land großes Entsetzen hervorrief.

Als Reaktion auf die Absturzursache wurde bei allen deutschen Fluggesellschaften die Zwei-Personen-Regel eingeführt, nach der sich zu jeder Zeit zwei autorisierte Besatzungsmitglieder im Cockpit befinden sollen. Einen erkennbaren Rückgang der Buchungen habe es nach Angaben der Lufthansa durch das Unglück jedoch nicht gegeben. Wie nach Flugzeugabstürzen international üblich, wird die Flugnummer „4U 9525″ seitdem nicht mehr verwendet. (ph)

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