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50 kriminelle Clans in NRW

Düsseldorf. Das Landeskriminalamt sieht derzeit rund 50 kriminelle Clans in NRW. Dabei wird von einer Mitgliederstärke im unteren fünfstelligen Bereich ausgegangen.

Sitz des Landeskriminalamts in Düsseldorf (Bild: NRW.direkt)

Die Clan-Kriminalität in Nordrhein-Westfalen breitet sich offenbar immer weiter aus. „Wir haben rund 50 Clans in NRW – plus minus x. Ganz genau kann man das nicht sagen, weil die Clans zum Teil unterschiedliche Namen haben“, sagte Thomas Jungbluth, leitender Kriminaldirektor für Organisierte Kriminalität des Landeskriminalamtes (LKA), in der Donnerstagausgabe der Rheinischen Post. Die Sicherheitsbehörden gehen dabei von einer Mitgliederstärke im unteren fünfstelligen Bereich aus.

Aber nicht alle Clan-Angehörige sollen kriminell sein. „Es gibt Personen, die sind noch nicht polizeilich in Erscheinung getreten oder im Zusammenhang mit Straftaten aufgefallen“, sagt der Chefermittler des LKA. Das Dunkelfeld sei jedoch hoch.

Sozialleistungen eine der Einnahmequellen

Die Clans in Nordrhein-Westfalen pflegen laut Jungbluth Kontakte zu anderen kriminellen Großfamilien in Bremen, Niedersachsen und Skandinavien sowie zu den bundesweit berüchtigten Clans in Berlin. Tätig seien sie in legalen und illegalen Geschäftsfeldern. Derzeit werde sehr intensiv geprüft, ob und wie Clans in den Bereich Immobilieninvestment einsteigen, vor allem in den Erwerb von Schrottimmobilien. Die Clans seien auch im Rotlichtmilieu aktiv, dies sei in NRW aber nicht ganz so stark ausgeprägt wie in Berlin. „Neben Gewalt- und Eigentumsdelikten sind Clanmitglieder häufig in Rauschgiftkriminalität verwickelt. Zu legalen Einnahmequellen gehören auch Sozialleistungen“, sagte Jungbluth.

Insbesondere im Ruhrgebiet hatte die Polizei in den letzten Monaten ihre Einsätze gegen kriminelle Clans stark ausgeweitet. Dabei gab es auch mehrere Razzien gegen Clans libanesisch-arabischer Herkunft. (ph)

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