Düsseldorf Politik

700 Unterschriften gegen Asylunterkunft

Düsseldorf. Im Stadtteil Lichtenbroich wurden mehr als 700 Unterschriften gegen eine geplante Asylbewerberunterkunft gesammelt. Die Initiatoren betonen jedoch, dass die Unterschriftenliste „nicht gegen Flüchtlinge“ gerichtet sei.

Asylbewerberunterkunft in Düsseldorf (Bild: NRW.direkt)

Asylbewerberunterkunft in Düsseldorf (Bild: NRW.direkt)

Wie die Rheinische Post am Dienstag berichtete, wurden in Düsseldorf-Lichtenbroich in den letzten Tagen mehr als 700 Unterschriften gegen die geplante Asylbewerberunterkunft an der Nießdonk gesammelt.

Überraschend war diese Nachricht nicht; als die städtische Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch Ende Februar bei einem Bürgerforum in Lichtenbroich die Planungen für die Unterkunft erläuterte, reagierte der größte Teil der rund 600 Anwohner mit wütenden Protesten. Bereits im Vorfeld des Bürgerforums gab es parteiübergreifende Proteste von Kommunalpolitikern des Stadtbezirks 6, zu dem auch Lichtenbroich gehört, gegen die ihrer Meinung nach ungerechte Verteilung der Asylsuchenden in Düsseldorf.

„Nicht gegen Flüchtlinge“

Die Initiatoren beteuern jedoch, dass die Unterschriftenliste nur für eine „gerechtere Verteilung von Flüchtlingen“ sei. Sie sei „nicht gegen Flüchtlinge“ gerichtet, wurde am Dienstag betont, „sondern nur gegen die Tatsache, dass mit dem Bau einer dritten Unterkunft an der Nießdonk demnächst mehr als 1.000 Flüchtlinge in einem Stadtteil mit gerade mal 5.500 Einwohnern leben sollen.“ Eine Quote von demnächst 20 Prozent schade der Integration, befördere im schlimmsten Fall „rechtspopulistische Tendenzen“, glauben die Lichtenbroicher. Versuche einer Vereinnahmung durch solche Kräfte wollen sie „gar nicht erst zulassen“. (ph)

Mehr zu diesem Thema: „Wütende Proteste bei Bürgerforum“

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