Politik

871 gewaltbereite Salafisten in NRW

Düsseldorf. Landesverfassungsschutz-Chef Burkhard Freier beantwortete am Donnerstag Fragen von Abgeordneten zum „Lagebild Salafismus“. Dabei kam auch heraus, dass es derzeit in NRW 871 gewaltbereite Salafisten gibt. Bei 73 Prozent der insgesamt rund 3.100 Salafisten in NRW handelt es sich um sogenannte politische Salafisten. Diese wollen ohne Gewalt einen Scharia-Staat errichten, erläuterte Freier.

Im Innenausschuss des Landtags ging es am Donnerstagvormittag unter anderem um den Verfassungsschutzbericht sowie das jüngst vom Landesinnenministerium veröffentlichte „Lagebild Salafismus“. Landesverfassungsschutz-Chef Burkhard Freier beantwortete dabei Fragen von Ausschussmitgliedern präzise und politisch neutral.

Dabei sprach er von 70 salafistisch beeinflussten Moschee, die derzeit in Nordrhein-Westfalen beobachtet werden. Ebenfalls beobachtet werden 17 Moscheen, die der Muslim-Bruderschaft zugerechnet werden. Ausführlich äußerte sich der Verfassungsschutz-Chef zur Rolle von Frauen in der Salafisten-Szene: „Frauen ziehen die nächste Generation Salafisten heran. Das ist etwas, das im Moment sehr stark passiert.“

Gewaltbereite und politische Salafisten

Ebenfalls angesprochen wurde die im Lagebild vorgenommene Unterscheidung in gewaltbereite und politische Salafisten. Rund 73 Prozent der derzeit 3.100 Salafisten in Nordrhein-Westfalen werden als sogenannte politische Salafisten eingestuft. Das Ziel eines politischen Salafisten sei es, ohne Gewalt einen Scharia-Staat zu errichten, erläuterte Burkhard Freier. „Wir unterscheiden in gewaltbereite und politische Salafisten, aber wir beobachten beide.“ Derzeit gibt es in Nordrhein-Westfalen 871 gewaltbereite Salafisten, sagte er.

Markus Wagner sieht die Unterscheidung in politische und gewaltbereite Salafisten kritisch: „Das sind in meinen Augen keine unterschiedlichen Ideologien. Da gibt es höchstens zwei verschiedene Strategien“, sagte der AfD-Fraktionsvorsitzende nach der Ausschuss-Sitzung. „Der politische Salafismus will genau das gleiche Ziel erreichen wie der gewaltbereite Salafismus. Das sind zwei Seiten einer Medaille, die sich lediglich durch verschiedene Strategien unterscheiden.“ (ph)

Bild: Betende Salafistinnen. Bildrechte: NRW.direkt

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