Politik Unna

Absage von Fronleichnams-Prozession bedauert

Bergkamen/Düsseldorf. Wegen erhöhter Sicherheitsbestimmungen musste eine Fronleichnams-Prozession im Ruhrgebiet abgesagt werden. „Ich finde das sehr schade“, bedauerte die Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel (CDU) die Absage. „Das ist ein weiteres Indiz dafür, dass Angst und Terror bei uns schleichend die Oberhand gewinnen.“

Sylvia Pantel (Bild: NRW.direkt)

In unzähligen katholischen Gemeinden sind Christen am Donnerstag bei Fronleichnams-Prozessionen durch die Straßen gezogen. In Bergkamen konnte die Prozession jedoch aufgrund erhöhter Sicherheitsbestimmungen nicht stattfinden. „Das war eine schwere Entscheidung, weil Prozessionen eigentlich immer nur dann ausgefallen sind, wenn die Wetterlage nicht zuließ, dass sie stattfinden“, sagte der Pfarrer der Kirchengemeinde Sankt Elisabeth, Thorsten Neudenberger, gegenüber Domradio.

Die Gemeinde habe zuvor einen Brief vom Planungsamt der Stadt erhalten, in dem sie über neue Sicherheitsbestimmungen für Straßenumzüge informiert wurde. „Wir hätten Absperrgitter stellen müssen, drei Lkw oder Pkw an neuralgischen Kreuzungen aufstellen müssen. Wir hätten den Prozessionsweg absperren sollen, auch jeweils mit zwei Wächtern an diesen Absperrungen für die ganze Zeit der Prozession“, erläuterte Neudenberger.

„Angst und Terror gewinnen schleichend die Oberhand“

Diese Auflagen habe er jedoch erst vor rund zwei Wochen erhalten. Anschließend habe es geheißen, ehrenamtliche Helfer hätten die zusätzlichen Aufgaben übernehmen müssen. „Wie ist das, wenn jetzt ehrenamtliche Helfer eine Absperrung vornehmen und es passiert etwas? Wer übernimmt dann die Verantwortung?“, sorgte sich der Pfarrer daraufhin. „Die Fragen waren so virulent und brenzlig, dass wir uns letztendlich entschieden haben, für dieses Jahr abzusagen.“

„Ich finde das sehr schade“, sagte die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel am Freitag unserer Redaktion. „Das ist ein weiteres Indiz dafür, dass Angst und Terror bei uns schleichend die Oberhand gewinnen.“ An Fronleichnam erinnern die Christen an das letzte Abendmahl, bei dem Jesus der Überlieferung nach seinen Jüngern Brot und Wein als seinen Leib sowie sein Blut reichte. In den Prozessionen wird die Hostie als „Brot des Lebens“ durch die Straßen getragen. (ph)

Print Friendly, PDF & Email