Düsseldorf Nachrichten

AfD-Kundgebung abgesagt

Düsseldorf/Köln. Wegen der Ereignisse bei ihrem Bundesparteitag hat die AfD eine für 1. Mai geplante Kundgebung wieder abgesagt. Beim AfD-Parteitag wurden zwei Polizisten von linken Gegendemonstranten verletzt und mehrere Delegierte angegriffen.

Mit der Berufung von Alexander Gauland in das „Spitzenteam“ für die Bundestagswahl sowie der gleichzeitigen Demontage der Parteivorsitzenden Frauke Petry endete der AfD-Bundesparteitag am vergangenen Wochenende im Kölner Maritim-Hotel politisch mit einem weiteren Schritt der Partei weg von bürgerlich-konservativen Wählern. In Erinnerung bleibt aber auch, dass der Parteitag von linker Gewalt überschattet wurde: Rund 4.000 Polizisten waren notwendig, um die 516 Delegierten der AfD zu schützen.

Und das gelang nur teilweise: Zwei Polizisten wurden von linken Gegendemonstranten verletzt, einer davon „erheblich“. Mehrere Delegierte der AfD wurden auf dem Weg zum Maritim-Hotel angegriffen, eine Delegierte wurde von Demonstranten geschlagen. Auch gab es eine Reihe von Sachbeschädigungen im Umfeld der Gegendemonstrationen.

„Wollen keine Wiederholung riskieren“

Als Konsequenz daraus hat die AfD-Arbeitnehmervereinigung AVA „schweren Herzens“ eine für 1. Mai auf dem Düsseldorfer Graf-Adolf-Platz angekündigte Großkundgebung wieder abgesagt. Die AfD wolle keine Wiederholung der Kölner Ereignisse riskieren, hieß es am Dienstag zur Begründung. „Solange für unser Anliegen Polizisten verletzt werden oder zumindest ihre knapp bemessene Freizeit durch weitere Überstunden verlieren, können wir guten Gewissens keine Großdemo durchführen“, sagte Landesgeschäftsführer Andreas Keith. Eine am Freitag in Düsseldorf geplante Wahlkampfveranstaltung mit Frauke Petry soll jedoch stattfinden.

Linke Gruppierungen in der Landeshauptstadt bejubelten den Rückzieher der AfD. Ob Polizisten tatsächlich dauerhaft damit entlastet werden, bleibt aber eine andere Frage: Von einer Kundgebungsabsage mit dieser Begründung geht die Botschaft aus, dass sich politische Gewalt wieder lohnt. (ph)

Bild: Ein massives Polizeiaufgebot musste den AfD-Parteitag im Kölner Maritim-Hotel schützen. Bildrechte: NRW.direkt

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