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AfD zählt Stimmen nach

Düsseldorf/Bochum. Aufgrund mehrerer Unregelmäßigkeiten hat die AfD eine systematische Kontrolle zahlreicher Stimmauszählungen begonnen. Zu einem 17. Mandat fehlen der Partei lediglich 0,1 Prozent. Das aber könnte eine schwarz-gelbe Koalition unmöglich machen.

Landtag in Düsseldorf (Bild: NRW.direkt)

Wie die neu gewählte Bochumer Landtagsabgeordnete Gabriele Walger-Demolsky unserer Redaktion am Freitag bestätigte, hat die AfD mit einer systematischen Kontrolle zahlreicher Stimmauszählungen begonnen. Die Partei vermutet, dass nach der Landtagswahl am vergangenen Sonntag nicht aus allen Wahllokalen die korrekte Stimmenzahl für die AfD er- und übermittelt wurde.

So mussten etwa in einem Wahlbezirk in Mönchengladbach alle Stimmen neu ausgezählt werden. Dort hatte die Kandidatin der AfD 7,6 Prozent der Erststimmen geholt, ihre Partei aber bekam null Prozent der Zweitstimmen. Später stellte sich heraus, dass 37 Zweitstimmen für die AfD fälschlicherweise für ungültig erklärt wurden. Eine ähnliche Panne gab es in Erkelenz, wo 64 Zweitstimmen für die AfD stattdessen linken Parteien zugerechnet wurden. Aber auch in Gütersloh, Remscheid, Mettmann, Bonn, Dortmund und Köln soll es Auffälligkeiten und entsprechende Korrekturen gegeben haben.

Weiteres Mandat könnte Auswirkungen auf Regierungsbildung haben

Gabriele Walger-Demolsky sagte, sie selbst habe in Bochum, Herne und Hagen geprüft. In Hagen habe es bei der Auszählung der Briefwahlen in einen Stimmbezirk ebenfalls Auffälligkeiten gegeben. Dort soll die AfD 46 Erst-, aber nur zwei Zweitstimmen bekommen haben. 54 Zweitstimmen seien dort der Allianz Deutscher Demokraten (ADD) zugerechnet worden. Bei der ADD handelt es sich um eine 2016 gegründete Splitterpartei.

Bei der Landtagswahl am Sonntag errang die AfD 16 Mandate. Für ein weiteres Mandat fehlten 0,1 Prozent. „Ob die Fehler, die wir finden, dafür reichen, kann ich derzeit noch nicht sagen. Dazu fehlt mir der Gesamtüberblick“, sagte Walger-Demolsky. Würde der AfD ein weiteres Landtagsmandat etwa auf Kosten der FDP zugesprochen, hätte das dramatische Folgen für eine Regierungsbildung, da CDU und FDP dann keine Mehrheit mehr hätten. (ph)

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