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Ahmadiyya-Imam spricht von „Falschaussagen“

Düsseldorf. Ein Imam der Ahmadiyya-Gemeinde hat NRW.direkt am Dienstag Falschaussagen vorgeworfen. Der Islamismus-Expertin Sigrid Herrmann-Marschall warf er ein „sich selbst angeeignetes und gefährliches Halbwissen“ vor. Eine Bitte unserer Redaktion, den Vorwurf der Falschaussagen schriftlich näher zu erläutern, blieb jedoch bislang unbeantwortet.

Anhänger der Ahmadiyya-Gemeinde bei einer Demonstration in Köln (Bild: NRW.direkt)

„Mit großer Verwunderung habe ich einige Artikel auf NRW.direkt gelesen, bei denen leider sehr klare Falschaussagen in Bezug auf die Ahmadiyya Muslim Jamaat getätigt wurden. Wenn Sie es einrichten könnten, würde ich diesbezüglich gerne mit Ihnen das Gespräch suchen, wenn möglich telefonisch.“ Diese Nachrichte erreichte unsere Redaktion am frühen Dienstagabend. Unterschrieben war die SMS von Iftekhar A., der sich dabei als Imam der Ahmadiyya-Gemeinde und Mitarbeiter aus deren Abteilung für Publikationen zu erkennen gab.

Rund 90 Minuten zuvor hatte sich Iftekhar A. bereits auf der Facebook-Seite von NRW.direkt zu Wort gemeldet: „Sigrid Herrmann-Marschall ist mitnichten eine Expertin, schon gar nicht über Islamismus. Sie hat nicht mehr als sich selbst angeeignetes, gefährliches Halbwissen, das sie benutzt, um jene zu diskreditieren, die ihr nicht in den Kram passen“, schrieb er dort.

Kolumne löst massive Vorwürfe aus

Wie bereits berichtet, kommt es seit einer Woche zu massiven Vorwürfen aus der Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde (AMJ) gegen die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel, die Islamismus-Expertin Sigrid Herrmann-Marschall sowie unsere Redaktion. Hintergrund ist eine am Dienstag vergangener Woche bei NRW.direkt veröffentlichte Kolumne, in der sich Pantel gegen die Anerkennung der AMJ als Körperschaft des öffentlichen Rechts ausgesprochen hatte.

Begründet wurde das von der CDU-Politikerin mit dem Frauenbild der Gemeinde. Dabei hatte sie sich auf Broschüren bezogen, die von der AMJ im Februar 2017 bei einer Ausstellung in Düsseldorf angeboten und von Lokalpolitikern als frauenfeindlich kritisiert wurden. Außerdem zitierte sie Aussagen der Islamismus-Expertin Sigrid Herrmann-Marschall zur AMJ, über die NRW.direkt im Januar in einem Artikel über eine Sachverständigen-Anhörung im Landtag berichtet hatte. In der Anhörung hatte Herrmann-Marschall auf Nachfrage zum Geschlechterbild der AMJ erläutert, dass die von den Ahmadiyyas benutzte Begrifflichkeit der „Gleichwertigkeit“ mitnichten gleiche Rechte für Frauen im Diesseits bedeute. Die Gleichwertigkeit werde erst vor Gott erzielt. Im Diesseits aber müssten Frauen mindere Rechte hinnehmen sowie sich den islamischen und göttlichen Regeln unterwerfen, um im Jenseits gleichwertig zu sein.

Noch am Dienstagabend beantwortete unsere Redaktion die SMS von Iftekhar A. und bat ihn dabei, den Vorwurf bezüglich der in unseren Artikeln zur Ahmadiyya-Gemeinde angeblich vorkommenden Falschaussagen schriftlich näher zu erläutern. Bis zum Ablauf des Mittwochs ist jedoch noch keine Antwort bei uns eingegangen.

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