Wirtschaft und Verkehr

Air Berlin stellt erste Langstrecken ein

Düsseldorf. Zur Monatswende streicht Air Berlin die Langstrecken nach Boston und Orlando. Gleichzeitig wurde bekannt, dass der umstrittene Staatskredit für die insolvente Airline von der EU-Kommission genehmigt wurde. Damit ist eine Vergabe von Start- und Landerechten an Konkurrenten des Lufthansa-Konzerns fürs Erste nicht möglich.

Medienberichten vom Montag zufolge will Air Berlin in den nächsten Wochen alle Langstreckenflüge von Berlin-Tegel einstellen. Am Drehkreuz Düsseldorf soll der Langstreckenbetrieb weitergehen, allerdings fallen zum 25. September die Flüge nach Orlando und zum 1. Oktober die Flüge nach Boston weg. Die Passagiere sollen auf Flüge anderer Airlines umgebucht werden.

Ebenfalls am Montag wurde mitgeteilt, dass Europäische Kommission den umstrittenen Staatskredit in Höhe von 150 Millionen Euro an Air Berlin genehmigt hat. Der Kredit sei mit dem EU-Recht vereinbar, so die Brüsseler Wettbewerbshüter. Ryanair-Chef Michael O’Leary hatte die Staatshilfe als indirekte illegale Hilfe für die Lufthansa kritisiert. Deren Marktanteil würde bei einer Übernahme von Air Berlin auf Inlandsstrecken auf 95 Prozent steigen, so O’Leary. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte den Kredit damit begründet, dass die insolvente Air Berlin den Flugbetrieb sonst hätte einstellen müssen.

Bei einer Einstellung des Flugbetriebs gehen die bislang von der betreffenden Fluglinie genutzten Start- und Landerechte an die zuständige Vergabebehörde zurück. Diese muss die Slots dann zum Beginn der jeweils nächsten Flugplanperiode neu vergeben. Dabei müssen gemäß einer EU-Richtlinie an dem jeweiligen Flughafen neue oder bislang nur in geringem Umfang vertretene Wettbewerber bevorzugt werden. (ph)

Bild: NRW.direkt

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