Köln Politik

„Angriffe auf Dom nur geträumt?“

Köln. Der Beschuss des Doms mit Feuerwerkskörpern in der Silvesternacht wurde nicht im elektronischen Vorgangssystem der Polizei erfasst. Jetzt fordert der CDU-Politiker Gregor Golland Zeugen zur Erstattung von Anzeigen auf, „damit die Verantwortlichen zum Handeln gezwungen werden“.

Kölner Dom bei Nacht (Bild: NRW.direkt)

Kölner Dom bei Nacht (Bild: NRW.direkt)

Obwohl das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in der Nähe von Kirchen gemäß des Sprengstoffgesetzes verboten ist, wurde in der Silvesternacht der Jahresabschlussgottesdienst im Kölner Dom massiv durch Böller und Raketenschüsse gestört. Der Dom selbst wurde mit Feuerwerk beschossen, die Polizei griff jedoch nicht ein. Der CDU-Landtagsabgeordnete Gregor Golland erfragte bei Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD), wie es dazu kommen konnte. Jäger verwies in seiner Antwort aber nur darauf, dass die Bezirksregierungen und kommunalen Ordnungsbehörden für die Einhaltung des Sprengstoffgesetzes zuständig sind. In der Einsatzbesprechung zwischen Polizei und Stadt im Dezember hätten Vertreter der Stadt das Thema jedoch nicht angesprochen. Auch im Nachhinein habe es keine Beschwerden der Domprobstei gegeben und im elektronischen Vorgangssystem der Polizei sind keine Verstöße gegen das Gesetz erfasst.

„Wenn angeblich gar nichts passiert ist, wie kann es dann sein, dass Gottesdienstbesucher, Passanten und auch die frühere Dombaumeisterin übereinstimmend in den Medien über die Vorfälle berichtet haben? Sollen sie die Angriffe auf den Dom vielleicht nur geträumt haben?“, fragte Golland nach Jägers Antwort. „Es ist unverantwortlich, wie der Innenminister die Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz ignoriert, nur weil sie nicht offiziell erfasst wurden.“

Der Abgeordnete forderte am Freitag, dass die Landesregierung in Absprache mit den städtischen Behörden konkrete Vorschläge erarbeitet, wie ein derartiger Angriff auf den Kölner Dom in Zukunft verhindert werden kann. „Wer den Böllerbeschuss des Doms mitbekommen hat, sollte umgehend Anzeige erstatten, damit es aktenkundig wird und die Verantwortlichen zum Handeln gezwungen werden“, sagte Gregor Golland. (ph)

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