Dormagen Nachrichten

Angstraum Bahnhof?

Dormagen. In einer Facebook-Gruppe häufen sich Einträge, in denen geschildert wird, wie gefährlich es für Frauen nachts am Bahnhof ist. Die Stadt will von der Situation dort nichts gewusst haben, kündigte jetzt aber verstärkte Kontrollen an. Große Medien berichten darüber bislang nur politisch korrekt.

Bahnhof Dormagen (Bild: NRW.direkt)

Bahnhof Dormagen (Bild: NRW.direkt)

„Ich möchte hiermit jeder Frau, die abends alleine am Dormagener Bahnhof sein muss, den Hinweis geben, sich männliche Begleitung zu suchen. Ich musste mich in letzter Zeit beinahe täglich, vor allem abends im Dunkeln, aber auch tagsüber durch Gruppen junger und teilweise alkoholisierter Männer drängen, um mein Fahrrad aus der Garage dort herauszuholen. Bis dato bin ich mit obszönen Kommentaren davon gekommen, aber ich – und ich kann mir vorstellen, auch jede Menge anderer Frauen – fühle mich dabei extrem unwohl. Deswegen lege ich auch allen Männern ans Herzen, ihre Töchter und Frauen dort abzusetzen beziehungsweise abzuholen, wenn es dunkel ist.“ Das schrieb Evi S. vor einer Woche in der Facebook-Gruppe „Dormagen passt auf“.

Schnell kam Zustimmung von anderen Facebook-Nutzern aus Dormagen. Auch Männer stimmten der Situationsbeschreibung von Evi S. zu. Lediglich Pia K. verstand die Aufregung nicht: „Ich komme aus einer Großstadt und kann euch sagen, dass die Lage am Essener Hauptbahnhof und auch in den Vororten leider nicht besser ist. Natürlich ist das nicht richtig und vor allem auch nicht sicher, aber solange sich in unserer Politik nichts ändert, denke ich, wird es schwierig, solche Situationen vollends abzuschaffen.“

„In Mumbai habe ich mich sicherer gefühlt als in Dormagen“

Nachdem ihr Beitrag eine Flut von zustimmenden Kommentaren ausgelöst hatte, wurde Evi S. deutlicher: „Wäre es ebenjene Mutter oder Schwester von diesen hormongesteuerten Pavianen, die dort von anderen belästigt wird, würden die förmlich Amok laufen, um die Verantwortlichen zur Strecke zu bringen … Respekt gibt es nur für die Kumpels und Familie, Fremde werden mit Füßen getreten und der genannte Grund ist dann wahrscheinlich der Koran, obwohl die Typen rauchen, kiffen und saufen und damit kein bisschen im Sinne der Religion handeln. Und die Politik und Polizei schauen weg aus Angst, dass der Vorwurf des Rassismus aufkommt.“

Weiter schrieb sie: „Ein Arschloch ist ein Arschloch – ob nun weiß, farbig, Asiate, behindert, weiblich oder sonst was … ich hab‘ es so satt, dass alle sich immer hinter ihrer politischen Korrektheit verstecken. Ich bin mehrere Jahre durch die Welt gereist und selbst in Mumbai habe ich mich sicherer gefühlt als in Dormagen.“

Medien berichten bislang nur politisch korrekt

Nach den teilweise hitzigen Debatten in der Facebook-Gruppe berichteten in dieser Woche auch die Rheinische Post (RP) und der FOCUS über die Situation am Bahnhof in Dormagen. Die Äußerungen von Evi S. zur Tätergruppe sowie ihre Kritik an der politischen Korrektheit wurden dabei jedoch verschwiegen.

Aber die Berichterstattung hat zumindest dazu geführt, dass sich jetzt auch die Stadt dazu geäußert hat. „Uns ist es wichtig, dass der Bahnhof kein Angstraum wird“, sagte Stadtsprecher Harald Schlimgen der RP. Dass Passanten angepöbelt werden, sei nicht hinzunehmen. Der Verwaltung sei „erst jetzt zu Ohren gekommen“, dass sich der Bahnhof in den vergangenen Wochen zu einem Treffpunkt von Männern entwickelt habe, die alkoholisiert nicht nur Frauen anpöbeln. „Daher wird das Ordnungsamt dort verstärkt kontrollieren“, kündigte Schlimgen an. (ph)

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