Duisburg Düsseldorf Nachrichten

Anschlag auf Bahnverkehr offenbar linksmotiviert

Düsseldorf/Duisburg. Nach der Beschädigung von Kabelanlagen kommt es seit Montag zu massiven Störungen im Bahnverkehr. Ein von der Polizei als authentisch eingestuftes Bekennerschreiben macht deutlich, dass der Angriff dem „Abschiebe-Flughafen“ galt. „Es wird höchste Zeit, dass wir auf die Gefahren reagieren, die von Linksextremen ausgehen. Solche Taten müssen entsprechend verfolgt und bestraft werden“, meint die Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel (CDU). „Das Gewaltmonopol liegt beim Staat.“

Auf der Bahnstrecke vom Düsseldorfer Hauptbahnhof über den Fernbahnhof des Flughafen Düsseldorf nach Duisburg kommt es seit Montag zu massiven Störungen. Laut der Deutschen Bahn sind auf einem Abschnitt von mehreren hundert Metern zwischen Duisburg-Großenbaum und Düsseldorf-Flughafen Kabel beschädigt worden. Auch am Dienstagnachmittag muss noch immer mit Verspätungen im Nah- und Fernverkehr gerechnet werden, so die Bahn.

Die Beschädigungen werden von der Bahn auch weiterhin als „Vandalismusschäden“ bezeichnet. Der Wahrheit näherkommen dürfte die Einschätzung der Düsseldorfer Polizei, die am Dienstag von „politisch motiviertem Handeln der Täter“ gesprochen hat. Inzwischen hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und gemeinschädlicher Sachbeschädigung. „Das Schreiben einer Gruppierung, die sich kontrovers mit dem Thema Abschiebung auseinandersetzt, liegt dem Staatsschutz vor und wird als authentisch erachtet“, hieß es von der Polizei.

In einem am Montag auf der linksextremen Internet-Plattform Indymedia veröffentlichten Bekennerschreiber war von einem „Angriff auf die Infrastruktur rund um den Abschiebe-Flughafen Düsseldorf“ die Rede. Dieser sei „ein Akt der Menschlichkeit“. In dem Bekennerschreiber wurde auch auf die Debatte um den nach Tunesien abgeschobenen mutmaßlichen Ex-Leibwächter von Osama bin Laden angespielt: „In NRW beugt die Landesregierung das aus ihrer Sicht immer noch zu beschränkte ‚Abschieberecht‘ und schiebt auch ‚Nicht-Abzuschiebende‘ als Gefährder ab, weil sie meint, dem ‚Willen des Volkes‘ damit gerechter zu werden.“

„Daher haben wir den Daten- und Bahnverkehr unterbrochen“

„In einer zunehmend nach rechts driftenden politischen Landschaft, in der sich der Ausschluss und die Menschenverachtung zum herrschenden Normalzustand verfestigen, müssen wir den bewussten Versuch, diesen Normalzustand im Protest zu durchbrechen, als Akt der Menschlichkeit werten“, hieß es in dem Bekennerschreiben weiter. Und: „Daher haben wir heute morgen an mehreren Bahnstrecken rund um den Düsseldorfer Flughafen den Daten- und Bahnverkehr für viele Stunden unterbrochen.“

„Es wird höchste Zeit, dass wir auf die Gefahren reagieren, die von Linksextremen ausgehen. Solche Taten müssen entsprechend verfolgt und bestraft werden“, sagte die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel (CDU) unserer Redaktion. „Das Gewaltmonopol liegt beim Staat. Und es ist an der Zeit, das zu dokumentieren, damit der Staat auch wieder ernst genommen wird.“ (ph)

Bild: Fernbahnhof am Flughafen Düsseldorf. Bildrechte: NRW.direkt

Print Friendly, PDF & Email