Hagen Nachrichten

Anti-Israel-Demos jetzt auch in NRW

Hagen. Rund 1.000 Personen haben am Samstag an einer israelfeindlichen Kundgebung teilgenommen. Dabei wurde offenbar auch Geschlechtertrennung praktiziert. Bei Jüdischen Gemeinden wächst unterdessen die Angst vor Übergriffen.

Anti-Israel-Kundgebung in NRW (Symbolbild: NRW.direkt)

In der Spitze rund 1.000 Personen haben am frühen Samstagnachmittag in Hagen an einer gegen Israel gerichteten Kundgebung unter dem Motto „Jerusalem den Palästinensern“ teilgenommen. Laut des Ruhrgebiets-Blogs Ruhrbarone präsentierten sich die Kundgebungsteilnehmer mit türkischen sowie palästinensischen Flaggen und riefen Parolen wie „Allahu Akbar“, „Kindermörder Israel“, „Terrorist Israel“ sowie „Freiheit für Palästina“. Auch berichtete der Blog, dass an der Spitze des Demonstrationszuges überwiegend „junge Männer mit südländischem Erscheinungsbild“ standen, während Frauen mit Kopftuch sowie Kinder den hinteren Teil der Kundgebung bildeten.

Zu einer Gegendemonstration der linksextremen Antifa kamen lediglich rund 30 Personen. Zwischen den Kundgebungsteilnehmern und den Gegendemonstranten kam es laut Polizei „zu lautstarken verbalen Auseinandersetzungen“. Bei den Kundgebungen waren rund 100 Polizisten im Einsatz.

Ebenfalls am Samstag fand in Recklinghausen eine ähnliche Kundgebung unter dem Motto „Palästina, Hauptstadt Jerusalem“ statt. An dieser Demonstration nahmen laut Polizei rund 200 Personen teil.

Angst vor Übergriffen wächst

Aufgrund antisemitischer Proteste aus Anlass der Verlegung der US-Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem musste am Donnerstag in Mülheim an der Ruhr eine öffentliche Feier zum jüdischen Lichterfest Chanukka aus Sicherheitsgründen abgesagt werden.

In der Woche davor berichtete die Jüdische Gemeinde in Mönchengladbach von der Angst ihrer älteren Mitglieder vor Übergriffen: „Nach Informationen verschiedener Quellen, welche über die für unseren Schutz maßgeblichen Informationen verfügen, kann es sein, dass die aggressiven Drohungen, verbunden mit dem Aufruf zu Angriffen auf Juden und jüdische Einrichtungen, auch in Mönchengladbach von Mohammedanern begrüßt und angenommen werden“, hieß es in einer Erklärung der Gemeinde. (ph)

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