Düsseldorf Panorama

Antonov 124 landet in Düsseldorf

Düsseldorf. Wegen einer fünftägigen Verspätung geriet die Ankunft einer Antonov 124 zum Medienereignis. Aber als das riesige Frachtflugzeug am Mittwochmorgen bei regnerischem Wetter tatsächlich landete, wurden viele davon überrascht. Und kaum war die An-124 entladen, war sie auch schon wieder weg.

Die Antonov rollt wieder zum Start (Bild: NRW.direkt)

Eigentlich hätte Flug ADB 3993 bereits am letzten Freitag in Düsseldorf landen sollen. Ein Frachtflug der Antonov Airlines von Jakarta (Indonesien) mit Zwischenlandungen in Dhaka (Bangladesch) und Ashgabat (Turkmenistan) nach Düsseldorf. Nichts Spektakuläres, möchte man meinen. Wäre da nicht das ungewöhnliche Fluggerät: Eine Antonov 124. Ein gigantisches Frachtflugzeug, das noch zu Zeiten der Sowjetunion für deren Luftstreitkräfte entwickelt wurde. Bei ihrem Erstflug 1982 war die An-124 noch das größte und mit einem maximalen Startgewicht von mehr als 400 Tonnen auch das schwerste Flugzeug der Welt. Bis heute ist sie das größte jemals in Serie gebaute Frachtflugzeug der Welt.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde die An-124 jedoch nicht mehr produziert. Einige Flugzeuge wurden in die Privatwirtschaft verkauft. Von insgesamt 56 gebauten Flugzeugen gingen vier durch Abstürze verloren, 24 wurden stillgelegt und 28 sind noch in Betrieb. Und eine davon sollte Fracht von Indonesien ins Rheinland bringen. Und um Fotografen und Luftfahrt-Enthusiasten einen Tipp zu geben, kündigte der Flughafen die Ankunft der in der Ukraine als UR-82072 registrierten An-124 auf seiner Facebook-Seite an.

Letzte Spur Bangladesch

Die An-124 wird entladen (Bild: NRW.direkt)

Wer nicht kam, war die Antonov. Laut Flightradar24 war die UR-82072 zwar von Jakarta nach Dhaka geflogen und dort auch gelandet. Danach aber verlor sich deren Spur. Wegen eines Defekts könne sie nicht weiterfliegen, hieß es. Täglich verkündete der Flughafen eine neue Ankunftszeit, um diese dann nur Stunden später wieder zurücknehmen zu müssen.

Damit zog die Ankunft des Riesenfliegers immer weitere Kreise; Journalisten wurden darauf aufmerksam, womit die verspätete Ankunft der Antonov in Düsseldorf plötzlich zum Medienereignis wurde. Nur das Flugzeug selber kam nicht in Sicht: „Aufgrund der immer wieder wechselnden Informationen gibt es das nächste Update von uns erst dann, wenn die Maschine tatsächlich gestartet und auf dem Weg nach Düsseldorf ist“, hieß es noch am Dienstag entnervt von Seiten des Flughafens.

Überraschende Ankunft am Morgen

Bild: NRW.direkt

Am Mittwoch aber ging alles ganz schnell: Kurz vor 7 Uhr wurde mitgeteilt, dass die UR-82072 bereits auf dem Weg von Ashgabat nach Düsseldorf sei. Eine Handvoll Journalisten schaffte es noch rechtzeitig zum Flughafen und konnte die Landung der Antonov um 9 Uhr 06 vom Rollfeld aus verfolgen. Sofort nach der Landung begann die Entladung des Flugzeuges. Die An-124 habe Maschinenbauteile für Siemens transportiert, hieß es.

Während der Entladung machten Flughafen-Mitarbeiter Selfies von sich und der Antonov. Etwas weiter entfernt, am Zaun des Rollfeldes, ließ sich eine Handvoll Fotografen auch durch Regen und eisigem Wind nicht von ihrem Tun abhalten. Aber kaum war das riesige Flugzeug entladen, rollte es auch schon wieder zum Start. Um 12 Uhr 50 war die Antonov wieder „airborne“ und auf ihrem Heimweg nach Kiew (Ukraine). Damit endete ein Frachttransport, der ohne seine fünftägige Verspätung in der Landeshauptstadt vermutlich kaum bemerkt worden wäre.

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