Kleve Nachrichten

Asylbewerberunterkunft durchsucht

Emmerich. Nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt haben Polizisten am frühen Donnerstagmorgen eine Asylbewerberunterkunft durchsucht.

Asylbewerberunterkunft in Düsseldorf (Bild: NRW.direkt)

Asylbewerberunterkunft in NRW (Symbolbild: NRW.direkt)

Laut der Funke-Mediengruppe waren rund 100 Polizisten an der Durchsuchung der Asylbewerberunterkunft in Emmerich beteiligt. Die Aktion war nach etwa einer Stunde beendet, über das Ergebnis wurde zunächst nichts bekannt.

Bereits am Mittwoch hatten rund 150 Einsatzkräfte in der Nähe der Asylbewerberunterkunft Position bezogen. Aufgrund von Tippfehlern im Durchsuchungsbeschluss konnte die Maßnahme jedoch nicht unmittelbar umgesetzt werden.

Tatverdächtiger konnte ungehindert nach Deutschland einreisen

Am Montagabend wurden bei einem mit einem Lkw ausgeführten Terror-Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt zwölf Menschen getötet und 48 verletzt, 18 davon schwer. Als Hauptverdächtiger gilt derzeit der 24-jährige Tunesier Anis Amri. Für Hinweise, die zu seiner Ergreifung führen, ist eine Belohnung von bis zu 100.000 Euro ausgesetzt.

Amri kam 2011 als angeblich Minderjähriger nach Lampedusa. Nach der Beteiligung an einer Brandstiftung in der Flüchtlingsunterkunft verbüßte er in Italien eine vierjährige Haftstrafe. Im April hatte er Asyl in Deutschland beantragt. Zwei Monate später wurde sein Antrag abgelehnt. Laut Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) konnte Amri nicht abgeschoben werden, „weil er keine gültigen Ausweispapiere hatte“ und Tunesien zunächst bestritten habe, dass er Bürger des Landes sei. Im Sommer sei er wegen einer gefährlichen Körperverletzung aufgefallen, habe aber nicht angeklagt werden können, weil er untergetaucht sei. Zuletzt war er in der Asylbewerberunterkunft in Emmerich gemeldet. (ph)

Print Friendly, PDF & Email