Essen Politik

Auch Merkel kritisiert die „Tafel“

Essen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte Kritik an der Entscheidung der Tafel, Neuanmeldungen vorläufig nur noch von Deutschen zu akzeptieren.

Angela Merkel (Bild: NRW.direkt)

„Da sollte man nicht solche Kategorisierungen vornehmen. Das ist nicht gut“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag in einem RTL-Interview zur Entscheidung der Essener Tafel, Neuanmeldungen vorläufig nur noch von Deutschen zu akzeptieren. Aber die Entscheidung der Ehrenamtlichen in Essen zeige auch „den Druck, den es gibt“, und wie viele Bedürftige auf Lebensmittelspenden angewiesen sind, sagte Merkel weiter.

Wegen ihrer Entscheidung, Neuanmeldungen vorläufig nur noch von Deutschen zu akzeptieren, steht die Essener Tafel seit letzter Woche bundesweit im Kreuzfeuer der Kritik. Begründet wurde die Entscheidung von Seiten der Tafel damit, dass keine weitere Verdrängung von Älteren und Frauen gewollt sei. Seit der Flüchtlingskrise sei der Anteil ausländischer „Kunden“ auf drei Viertel gestiegen. Dabei sei es gegenüber Frauen und Älteren zu rücksichts- und respektlosem Verhalten gekommen, so seien etwa bei der Lebensmittelausgabe ältere Menschen einfach weggeschubst worden. Die Flüchtlinge hätten ein „Nehmer-Gen“ und es fehle an einer „Anstellkultur“, sagte Tafel-Chef Jörg Sartor dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel.

Nachdem deutsche Politiker den vorläufigen Aufnahmestopp für Ausländer nahezu einhellig kritisiert hatten, beschmierten Unbekannte in der Nacht zum Sonntag sechs Fahrzeuge sowie Türen der Tafel mit den Worten „Nazis“ und „Fuck Nazis“. (ph)

Print Friendly, PDF & Email