Politik

Aussetzung der Grenzwerte gefordert

Düsseldorf. Nach einem Brandbrief von 107 Lungenärzten und Wissenschaftlern fordert die WerteUnion die Aussetzung der Grenzwerte für Stickoxide. „Hier wird mit den Ängsten der Menschen gespielt. Mit den Ängsten der Diesel-Fahrer, aber ganz besonders mit denen der Arbeitnehmer, also den Menschen, die täglich den Wohlstand unseres Landes erarbeiten“, meint die WU-Landesvorsitzende Simone Baum.

Simone Baum (Bild: NRW.direkt)

107 Lungenärzte und Wissenschaftler haben in einem Brandbrief eine Neubewertung der Feinstaub- und Stickoxid-Grenzwerte gefordert. Die Unterzeichner sehen „derzeit keine wissenschaftliche Begründung für die aktuellen Grenzwerte für Feinstaub und NOx“, heißt es laut Medienberichten in einem am Mittwoch veröffentlichten Papier. Bislang war von Politikern und anderen Wissenschaftlern dargelegt worden, dass es jährlich 13.000 zusätzliche Sterbefälle durch Stickstoffverbindungen (NOx) und bis zu 80.000 durch Feinstaub gebe. Die Lungenfachärzte halten diese Zahlen jedoch für wissenschaftlich nicht haltbar und mathematisch konstruiert.

Als Konsequenz daraus forderte die WerteUnion (WU) am Donnerstag eine Aussetzung der Grenzwerte, „bis eine wissenschaftlich haltbare Ermittlung vorgenommen wurde“. Damit „würden auch die von deutschen Gerichten ausgesprochenen Fahrverbote für Dieselfahrzeuge automatisch ausgesetzt“, hieß es. „Führende Experten bezweifeln seit langem die wissenschaftlichen Grundlagen zur Festlegung der NOx- und Feinstaub-Grenzwerte. Bisher wurden diese aber selten von der Politik oder der Öffentlichkeit gehört. Ab heute dürfen sich die Bundesregierung und vor allem die EU-Parlamentarier sowie die, die es auf Ticket der deutschen Wähler im Mai werden wollen, nicht mehr vor der Aussetzung der aktuellen Grenzwerte drücken. Gerade in Anbetracht der Entwicklung der Luftverschmutzung in den letzten 35 Jahren, anschaulich vom Bundesumweltministerium auf dessen Homepage dargestellt, fragt man sich als
Bürger, was diese Treibjagd auf den Diesel-Fahrer soll“, sagte WU-Landesgeschäftsführer Alexander Willms.

„Hier wird mit den Ängsten der Menschen gespielt. Mit den Ängsten der Diesel-Fahrer, aber ganz besonders mit denen der Arbeitnehmer, also den Menschen, die täglich den Wohlstand unseres Landes erarbeiten. Schon alleine das ist in einem Industrieland völlig unverantwortlich“, sagte die WU-Landesvorsitzende Simone Baum unserer Redaktion. „Und was die Zukunft des Autos betrifft, brauchen wir einen sanften Übergang in eine ausgereifte Technologie. Und die Technologie des E-Autos ist alles andere als ausgereift. Hinzu kommt, dass die Ausbeutung anderer Länder zur Erlangung der dafür notwendigen Rohstoffe auch moralisch nicht zu verantworten ist. Insofern denke ich, dass die Zukunft des Diesels noch nicht an ihrem Ende ist.“ (ph)

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