Düsseldorf Justiz

Axt-Attentäter vor Gericht

Düsseldorf. Am Dienstag begann der Prozess gegen den mutmaßlichen Axt-Attentäter Fatmir H. Die Staatsanwaltschaft fordert dessen dauerhafte Unterbringung in einer geschlossenen Klinik. Der 36-Jährige sei schuldunfähig, aber „für die Allgemeinheit gefährlich“. Der Kosovare wurde nach seinem abgelehnten Asylantrag wegen seiner psychiatrischen Erkrankung in Deutschland geduldet.

Fatmir H. bei Prozessbeginn (Bild: NRW.direkt)

„Oh mein Gott, der hat eine Axt in der Hand, Alter, oh mein Gott“, schreit ein Mann. Gleichzeitig ist zu sehen, wie Fatmir H. auf dem Bahnsteig orientierungslos hin und her geht. Dann sind unverständliche Schreie zu hören. Als das Video eines Reisenden am Dienstag im Düsseldorfer Landgericht abgespielt wurde, war der Zuschauerraum fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Vier weitere Videos von Überwachungskameras zeigten, wie Reisende in Panik flüchten.

Dass der 36-jährige Kosovare Fatmir H. derjenige war, der in den Abendstunden des 9. März im Düsseldorfer Hauptbahnhof acht Menschen mit Axthieben schwer verletzte, ist nicht mehr strittig: Bevor die Videos gezeigt wurden, schilderte ein psychiatrischer Gutachter ausführlich, dass H. ihm erzählt habe, dass er sich von einem Mann namens Bayram Ukur verfolgt fühlte und zur Verteidigung eine Axt zulegt hatte.

Mit dieser Axt sei er am 9. März in verschiedenen Zügen unterwegs gewesen. Dabei habe er Stimmen gehört, die zu ihm gesprochen hätten. Als er im Düsseldorfer Hauptbahnhof aus der S28 stieg, hätten „die Geister“ ihm gesagt, dass er die Menschen umbringen und sich danach von der Polizei töten lassen solle. Während der Gutachter dies vor Gericht wiedergab, wirkte Fatmir H. apathisch. Einer seiner Anwälte sagte, er wolle aussagen, aber nicht an diesem Tag.

Wegen psychiatrischer Erkrankung geduldet

Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass Fatmir H., der an einer paranoid-halluzinatorischen Wahrnehmung leide, für die Allgemeinheit auch weiterhin gefährlich ist und fordert dessen Unterbringung in einer geschlossenen Klinik. „Es geht nicht darum, ihn zu bestrafen, sondern um die dauerhafte Unterbringung in einer Psychiatrie“, erklärte Staatsanwalt Martin Stücker.

Der Kosovare war bereits in Wuppertal in entsprechender Behandlung. Nach der Ablehnung seines Asylantrags wurde er wegen seiner psychiatrischen Erkrankung weiter in Deutschland geduldet. Für den Prozess sind insgesamt neun Verhandlungstage angesetzt. Einige seiner Opfer kamen zum Prozessbeginn ins Landgericht, zwei davon als Nebenkläger.

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