Politik

„Blitz-Marathon“ wird abgeschafft

Düsseldorf. Die schwarz-gelbe Landesregierung schafft den umstrittenen „Blitz-Marathon“ wieder ab. „Das Thema ist durch“, sagte der neue Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) in einem Interview. Der Blitz-Marathon galt als eines der Lieblingsprojekte seines Amtsvorgängers Ralf Jäger (SPD).

Ralf Jäger (Bild: NRW.direkt)

In Nordrhein-Westfalen wird es unter der neuen schwarz-gelben Regierung auch dann keinen weiteren „Blitz-Marathon“ mehr geben, wenn andere Bundesländer die Maßnahme weiterführen sollten. Das sagte der neue Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) am Samstag in einem Interview mit der Westdeutschen Zeitung (WZ). „Das Thema ist durch“, sagte Reul der WZ. Die neue Landesregierung betrachte den Blitz-Marathon als „ungeeignet“, die Verkehrssicherheit auf Dauer zu verbessern, so Reul. Stattdessen soll die „zielgerichtete Verkehrsüberwachung“ etwa in Form von unangekündigten Kontrollen verstärkt werden.

Der „Blitz-Marathon“ galt als eines der Lieblingsprojekte von Reuls umstrittenem Amtsvorgänger Ralf Jäger (SPD). Dabei handelte es sich um eine medial inszenierte eintägige polizeiliche Maßnahme zur Bekämpfung von überhöhter Geschwindigkeit auf den Straßen. Wo genau dabei „geblitzt“ wurde, hatten Polizei und Medien der Bevölkerung stets vorab mitgeteilt. Andere Bundesländer und auch europäische Nachbarländer haben die von Jäger initiierte Maßnahme mehrfach übernommen.

Der „Blitz-Marathon“ war seit Jahren umstritten, weil bei jeder Maßnahme dieser Art mehr als 2.000 Polizisten dafür abgestellt werden mussten. 2016 bezeichnete der CDU-Innenpolitiker Gregor Golland die Maßnahme als „Show-Marathon für das Image eines angeschlagenen Innenministers“. Im selben Jahr wurde durch Gollands Nachfragen bekannt, dass die Zahl der Verkehrstoten in Nordrhein-Westfalen bereits 2015 trotz Blitz-Marathon um mehr als vier Prozent gestiegen war. (ph)

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