Mönchengladbach Panorama

Brisante Einladung zum 9.November

Mönchengladbach. Die Jüdische Gemeinde lädt die Bürger der Stadt ein, am 9. November an ihrer Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht 1938 „und zur Erinnerung an die Folgen für die Jüdische Gemeinde“ teilzunehmen. Die Gemeinde wartet auch 80 Jahre später noch immer auf eine angemessene Synagoge. Bislang verhallten ihre Wünsche nach entsprechender Unterstützung ungehört.

An der Blücherstraße erinnert heute nur noch ein Gedenkstein an die 1938 niedergebrannte Synagoge (Bild: NRW.direkt)

Die Jüdische Gemeinde lädt die Mönchengladbacher Bürger ein, in ihrem Gemeindehaus in der Albertusstraße 54 am 9. November um 15 Uhr an ihrer Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Novemberpogrome 1938 „und zur Erinnerung an die Folgen für die jüdischen Bürger und die Jüdische Gemeinde“ teilzunehmen. Das Motto der Gedenkveranstaltung lautet: „Erinnerung für die Zukunft ‚Nie wieder schweigen'“.

„Wir erinnern an den Raub des gesamten Privateigentums der Juden dieser Stadt, an den Raub des gesamten Gemeineigentums und an die nicht wieder aufgebauten Synagogen und an den schweren Verlust, welcher der Gemeinde zugefügt wurde bezüglich der enteigneten Grundstücke, Synagogen und Gebäuden, einschließlich ihres wertvollen Interieurs“, heißt es in der Mitteilung der Gemeinde.

Bis heute kein Ersatz für die 1938 niedergebrannten Synagogen

Auch 80 Jahre nach den Novemberpogromen der Nazi-Diktatur wartet die Jüdische Gemeinde in Mönchengladbach noch immer auf ein angemessenes Gebetshaus. Die Synagoge an der Blücherstraße wurde am 9. November 1938 von den Nazis niedergebrannt, das Grundstück enteignet und der Stadt überlassen. Nach 1945 wurde das Grundstück an Privatleute verkauft, die Jüdische Gemeinde jedoch nicht am Verkaufserlös beteiligt. Drei andere Synagogen in Mönchengladbach erlitten das gleiche Schicksal.

Erst 1967 bekam die Jüdische Gemeinde eine Synagoge in der Albertusstraße, die aber für ihre rund 700 Mitglieder schon lange viel zu klein ist. Trotzdem verhallten die Wünsche der Gemeinde nach einer neuen Synagoge im Rathaus seit inzwischen mehr als zehn Jahren ungehört. Auch die 2014 erfolgte Wahl von Hans Wilhelm Reiners (CDU) zum neuen Oberbürgermeister führte bei der Stadt zu keiner Änderung ihrer Haltung. Seit zwei Jahren gedenken Stadt und Gemeinde dem 9. November 1938 in jeweils eigenen Veranstaltungen.

Für die Teilnahme an der Gedenkveranstaltung bittet die Jüdische Gemeinde um frühzeitige Anmeldung unter der Telefonnummer 0 21 61 – 23 879. Aus Sicherheitsgründen kann nur Einlass gewährt werden, wenn sich die Gäste durch ein amtliches Dokument ausweisen und keine größeren Taschen mitbringen.

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