Düsseldorf Panorama

Bundeswehr lud zum Neujahrsempfang

Düsseldorf. Der scheidende Landeskommandeur Peter Gorgels lud am Mittwoch zum Neujahrsempfang der Bundeswehr. „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal eine solche Nähe und Verbundenheit zur Bundeswehr entwickle“, gestand Landtags-Vizepräsidentin Carina Gödecke (SPD). Dafür bekam sie Lob von der CDU-Politikerin Sylvia Pantel: „Es freut mich sehr, dass die Wertschätzung für unsere Soldaten jetzt auch bei anderen Fraktionen angekommen ist.“

In der Tonhalle in Düsseldorf fand am frühen Mittwochabend der traditionelle Neujahrsempfang der Bundeswehr statt. Unter den zahlreichen Gästen, die vom Kommandeur des Landeskommandos NRW, Brigadegeneral Peter Gorgels, und von Oberstleutnant Wolfgang Wehrend vom Reservistenverband NRW begrüßt wurden, waren auch viele Politiker. Die namhaftesten von ihnen waren Landtags-Vizepräsidentin Carina Gödecke (SPD), die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel (CDU), Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) und der SPD-Landesvorsitzende Michael Groschek. Aber auch viele Vertreter anderer Streitkräfte, etwa aus Großbritannien oder den Niederlanden, nahmen an dem Empfang teil. Die U.S. Army wurde durch ihren Verbindungsoffizier Steven Steininger vertreten.

Für Brigadegeneral Peter Gorgels war es das fünfte und letzte Mal, dass er zum Neujahrsempfang der Bundeswehr geladen hatte. Gorgels wird am 20. März mit einer feierlichen Zeremonie in den Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger wird Brigadegeneral Torsten Gersdorf, der aus dem multinationalen NATO-Korps Allied Command Europe Rapid Reaction Corps (ARRC) ins Landeskommando Nordrhein-Westfalen wechseln wird. Landtags-Vizepräsidentin Carina Gödecke drückte am Mittwoch ihr Bedauern über Gorgels Abschied aus: „Sie haben der Bundeswehr in Nordrhein-Westfalen das Gesicht gegeben. Es ist so schade, dass Sie gehen.“

Die SPD-Politikerin bezeichnete die Bundeswehr in ihrer Rede als „unverzichtbar für Deutschland“ und forderte, den Soldaten „neben Dankbarkeit auch stets mit Akzeptanz und Respekt zu begegnen“. Im Gegensatz zu Herbert Reul vermied sie jedoch den Begriff „Vaterland“ und sprach stattdessen vom „Dienst für Deutschland“. Indirekt räumte sie ein, dass sich ihr heutiges Verhältnis zur Bundeswehr erst entwickelt habe: „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal eine solche Nähe und Verbundenheit zur Bundeswehr entwickle“, sagte Gödecke.

Aus dem Bundestag direkt zum Neujahrsempfang

Carina Gödecke betonte in ihrer Rede auch, dass sie nur dank eines Tausches mit einer anderen Vizepräsidentin trotz der Haushaltsdebatte im nahegelegenen Landtag an dem Neujahrsempfang teilnehmen konnte. Herbert Reul griff das auf und erinnerte die SPD-Politikerin ironisch daran, dass es die Aufgabe des Landtagspräsidiums sei, solche Terminüberschneidungen zu vermeiden. Aber kaum jemand bemerkte, dass die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel diejenige war, die die meisten Mühen auf sich genommen hatte, um auch in diesem Jahr wieder bei der Bundeswehr zu sein: Wegen der Sitzungen des Bundestages musste die CDU-Politikerin in dieser Woche in Berlin sein. Um dennoch am letzten Neujahrsempfang von Brigadegeneral Peter Gorgels teilnehmen zu können, eilte sie am Mittwochnachmittag direkt aus dem Bundestag zum Flughafen Tegel, flog von dort nach Düsseldorf und am frühen Donnerstagmorgen wieder zurück nach Berlin.

„Es freut mich sehr, dass die Wertschätzung für unsere Soldaten jetzt auch bei den anderen Fraktionen angekommen ist“, kommentierte Sylvia Pantel die Reden beim Neujahrsempfang. „Aber wir sollten nicht vergessen, wir lange viele CDU-Politiker, auch ich, hart daran arbeiten mussten.“ Pantel erinnerte daran, wie sie etwa in ihrer Zeit im Düsseldorfer Rat kritisiert wurde, weil sie sich dafür eingesetzt hatte, dass die Bundeswehr auch weiterhin in Schulen gehen und dort für sich werben kann.

Nach dem Neujahrsempfang besuchten viele der Gäste ein Wohltätigkeitskonzert des Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr, das ebenfalls in der Tonhalle stattfand. Die an diesem Abend bei den Gästen gesammelten Spenden kommen dem Düsseldorfer Kinderhospiz „Regenbogenland“ sowie dem Bundeswehr-Sozialwerk zugute.

Bild von links: Brigadegeneral Peter Gorgels, Sylvia Pantel und Herbert Reul. Bildrechte: NRW.direkt

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