Mönchengladbach Nachrichten

CDU: Frühaufsteher dürfen ihre Meinung sagen

Mönchengladbach. Die Frühaufsteher unter den CDU-Mitgliedern konnten am Samstagmorgen ihre Meinung zum Koalitionsvertrag sagen. „Eine offene Debatte darüber ist eben nicht überall erwünscht“, kommentierte die WU-Landesvorsitzende Simone Baum die ungewöhnliche Uhrzeit. Die Junge Union aber ließ sich davon nicht abschrecken.

Simon Schmitz (Bild: NRW.direkt)

Die Mönchengladbacher CDU-Basis war am Samstag eingeladen, sich auf einer kurzfristig angesetzten Mitgliederversammlung zum mit der SPD ausgehandelten Koalitionsvertrag zu äußern. „Gerne möchten wir den Inhalt vor Ort mit Ihnen diskutieren“, hieß es dazu in der Einladung. Ungewöhnlich aber war die Uhrzeit: Wer seine Meinung dazu sagen wollte, musste bereits um 8 Uhr 30 ins Haus Zoar am Kapuzinerplatz kommen.

Das zeigte entsprechende Wirkung: Einem auf der Facebook-Seite der Jungen Union Mönchengladbach veröffentlichten Foto kann entnommen werden, dass nur etwas mehr als 20 der insgesamt rund 2.000 Mönchengladbacher CDU-Mitglieder der Einladung gefolgt sind. „Eine offene Debatte über den Koalitionsvertrag ist eben nicht überall erwünscht“, kommentierte die Landesvorsitzende der WerteUnion (WU), Simone Baum, die ungewöhnliche Uhrzeit. Bei der WU handelt es sich um einen bundesweiten Zusammenschluss von CDU-Mitgliedern gegründeter konservativer Initiativen.

Stattfinden der Veranstaltung bereits ein Erfolg?

Einige Mitglieder der Jungen Union Mönchengladbach ließen sich aber davon nicht abhalten, darunter auch der Kreisvorsitzende Simon Schmitz. „Diese Veranstaltung ist ein Erfolg, weil wir sie abgehalten haben“, sagte er später. „Der Koalitionsvertrag kann eine Option sein, allerdings ist er nicht das Optimum. Das ist allen Beteiligten auch klar. Dass das Finanzministerium an die SPD gegangen ist, eine Partei, die mit Geld nicht wirklich umgehen kann, ist mehr als traurig.“

Am Ende seiner ebenfalls auf Facebook veröffentlichten Stellungnahme sagte Schmitz: „Aber eine Sache ist vollkommen klar: Es muss in spätestens vier Jahren ein Umbruch kommen, auch ohne Angela Merkel, mit neuen Leuten und inhaltlichen Ausrichtungen.“ Von der Mutterpartei hingegen war auf Facebook bis zum Erscheinen dieses Artikels nichts zu der außerordentlichen Mitgliederversammlung zu vernehmen.

Print Friendly, PDF & Email