Mönchengladbach Politik

CDU kürt Laschet

Mönchengladbach. Vom Rumoren an der Basis war bei der Kür von Armin Laschet zum CDU-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl nichts zu spüren. Der Düsseldorfer Jurist Olaf Lehne unterlag bei der einzigen Kampfkandidatur des Tages.

Armin Laschet bei seiner Rede (Bild: NRW.direkt)

Armin Laschet bei seiner Rede (Bild: NRW.direkt)

„Ich will Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen werden“, rief Armin Laschet unter dem Jubel der 237 Delegierten in die Hugo-Junkers-Halle am Mönchengladbacher Flughafen. Es folgten Attacken gegen Rot-Grün, dann sprach Laschet davon, dass die CDU „vor einem harten Wahlkampf gegen Rechts- und Linksradikale“ stehe – damit gemeint waren AfD und „Linkspartei“.

Armin Laschet zeigte sich darüber erleichtert, dass es auf Bundesebene zwischen CDU und CSU „ein hohes Maß an Übereinstimmung“ gebe. Die Drohung von CSU-Chef Seehofer, sich ohne Obergrenzen für Asylbewerber künftig nicht mehr an der Regierung zu beteiligen, erwähnte Laschet nicht, stattdessen appelliert er an die Geschlossenheit der Partei. Die Delegierten antworteten mit stehendem Beifall, ein Journalist maß rund 100 Sekunden Dauer. Nachdem verkündet wurde, dass Laschet mit 97,4 Prozent der gültigen Stimmen zum Spitzenkandidat gewählt wurde, folgte erneut stehender Beifall. Nur sechs Delegierte hatten gegen ihn gestimmt.

Keine Diskussionen

Vom Rumoren an der Basis über die erneute Kanzlerkandidatur von Angela Merkel war auf der Landesvertreterversammlung am Samstag in Mönchengladbach ebenso wenig zu spüren wie von den eher schlechten Umfragewerten der CDU. Die Versammlung war straff organisiert, Diskussionen nicht vorgesehen. Die meisten der vom Landesvorstand vorgeschlagenen Kandidaten bekamen Wahlergebnisse weit oberhalb von 90 Prozent.

Für die einzige Kampfkandidatur des Tages sorgte der Düsseldorfer Jurist Olaf Lehne. Trotz seiner Landtags-Erfahrung fand sich Lehne nur auf Platz 102 der Landesliste wieder, die ebenfalls aus Düsseldorf stammende, aber politisch unerfahrene Angela Erwin hingegen bekam Listenplatz 18. Ein Vorgang, der in Teilen der Düsseldorfer CDU Irritationen hervorrief. Am Samstag aber machte Lehne den Fehler, nicht gegen Angela Erwin anzutreten, sondern sich mit dem auf Platz 23 gesetzten Helmut Diegel einen Gegner zu suchen, der mit den Vorgängen um die Düsseldorfer Kandidaten nichts zu tun hatte. Das kostete ihn Sympathien; Lehne bekam nur 37 Prozent der Stimmen und unterlag.

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