Krefeld Politik

CDU und K3 legen Streit bei

Krefeld. Der örtliche CDU-Chef Marc Blondin und K3-Gründer Gerald Wagener haben ihren Streit beigelegt. Damit ist das Parteiausschlussverfahren gegen den Merkel-Kritiker Wagener endgültig vom Tisch.

Gerald Wagener (Bild: NRW.direkt)

Der Krefelder CDU-Vorsitzende Marc Blondin und Gerald Wagener haben sich in der Kreisgeschäftsstelle der Partei zu einem Gespräch getroffen, so eine Mitteilung vom Dienstag. „Es bestand Einigkeit, dass die Verhinderung einer rot-rot-grünen Koalition auf Bundesebene als gemeinsames politisches Ziel anzusehen ist. Ebenso wird die AfD als gemeinsamer Gegner und als nicht koalitionsfähig verstanden. Gerald Wagener hat für K3 zugesagt, dass es eine gegen Kandidaten der CDU gerichtete Kampagne in den anstehenden Wahlkämpfen nicht geben wird. Gemeinsam äußerten Marc Blondin und Gerald Wagener die Erwartung, dass das Programm der CDU zur Bundestagswahl 2017 neben christlich-sozial eingestellten Wählern auch konservative Mitglieder und Anhänger der Union erreichen muss“, hieß es in der anschließenden Erklärung dazu. Aufhorchen ließ dabei die deutliche Unterscheidung in konservative und christlich-sozial eingestellte Wähler. Die gewählte Formulierung unterstellt, dass Konservative weder christlich noch sozial seien.

Mit dieser Mitteilung wurde jedoch erstmals öffentlich eingeräumt, dass es kein Parteiausschlussverfahren gegen Gerald Wagener geben wird. Der 55-jährige Wagener war im Oktober mit der Gründung des Konservativen Kreises Krefeld (K3) bundesweit bekannt geworden. Auf einer Veranstaltung des K3 am 8. November sagte er, die CDU müsse in die Opposition, da sie „zu ihrem eigenen Wohl eine Katharsis brauche“. Anfang Dezember berichtete die Rheinische Post, der K3 plane eine Kampagne gegen Merkel-treue CDU-Kandidaten. Tatsächlich aber wurde die Anzeigenkampagne, von der die Zeitung berichtet hatte, beim K3 intern debattiert – aber nie beschlossen.

Dennoch wollte der Krefelder CDU-Vorsitzende, dass Gerald Wagener die Partei wieder verlässt. Blondin setzte Wagener eine Frist bis zum 18. Dezember, die CDU freiwillig zu verlassen, andernfalls werde gegen ihn ein Parteiordnungsverfahren eingeleitet. Der Unternehmer ließ jedoch diese sowie zwei weitere Fristen verstreichen und blieb in der CDU. Intern wurden einem solchen Verfahren nur geringe Chancen eingeräumt. (ph)

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