Politik

CDU uneinig über Zweitfrauen-Nachzug

Düsseldorf. Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) verteidigt die Entscheidung einer Behörde in Schleswig-Holstein zum Familiennachzug der Zweitfrau eines Syrers als Härtefall. Seine Parteikollegin Sylvia Pantel hingegen bleibt bei ihrer Ablehnung. „Damit wird nicht nur die Bigamie geduldet, sondern auch die Scharia in Ansätzen toleriert“, kritisiert die Bundestagsabgeordnete.

Herbert Reul (Bild: NRW.direkt)

„Ich bin grundsätzlich skeptisch, was den Nachzug von Zweit- oder gar Drittfrauen betrifft“, sagte Landesinnenminister Herbert Reul in der Montagausgabe der Rheinischen Post. Das schließe aber nicht völlig aus, dass man im Einzelfall im Sinne des Kindeswohls „auch anders entscheiden“ könne, ergänzte der CDU-Politiker.

Am Freitag hatte ein Bericht der Bild-Zeitung über eine Behörden-Entscheidung, nach der ein Syrer, der mit seinen vier Kindern und seiner Erstfrau 2015 nach Deutschland gekommen war, jetzt auch seine Zweitfrau nachholen darf, bundesweite Empörung ausgelöst. Hintergrund der von einer Kreisverwaltung getroffenen Entscheidung ist, dass der inzwischen in Schleswig-Holstein lebende Mann die vier Kinder, die er mit seiner Zweitfrau hat, bereits nach Deutschland holen durfte. Diese Kinder sollen nach Ansicht der Behörde hier nicht ohne ihre Mutter aufwachsen. Auch einem anderen Mann wurde von der Kreisverwaltung erlaubt, seine Zweitfrau nach Deutschland kommen zu lassen.

Sylvia Pantel bleibt bei ihrer Ablehnung

Herbert Reuls Parteikollegin Sylvia Pantel hatte sich bereits am Samstag zum Nachzug der Zweitfrauen geäußert. Die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete aber war damit nicht einverstanden: „Natürlich fördern wir mit dieser Entscheidung auch die Bigamie. Die hier lebenden Kinder haben ihren Vater und die Stiefmutter in Deutschland“, sagte sie. „Mit einer solchen Entscheidung setzen wir Anreize, die wir nicht setzen sollten und höhlen unsere Gesetzgebung aus.“

Am Montag machte Sylvia Pantel auf Nachfrage unserer Redaktion deutlich, bei ihrer ablehnenden Haltung zu bleiben. „Mit dieser Entscheidung wird nicht nur die Bigamie geduldet, sondern auch die Scharia in Ansätzen toleriert. Außerdem befürchte ich, dass viele muslimische Flüchtlinge versuchen werden, die Entscheidung als Präzedenzfall zu ihrem Vorteil zu nutzen“, sagte Pantel.

Print Friendly, PDF & Email