Politik

CDU verliert weiter Mitglieder

Düsseldorf. Noch am Freitag wurde berichtet, dass die CDU wegen der Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Merkel mehr Ein- als Austritte verzeichne. Aber nur einen Tag später musste die Partei einräumen, dass es in NRW deutlich mehr Aus- als Eintritte gibt. Mit der Politik der Bundeskanzlerin soll das aber nichts zu tun haben.

CDU-Landesvorsitzender Armin Laschet (Bild: NRW.direkt)

CDU-Landesvorsitzender Armin Laschet (Bild: NRW.direkt)

Am Freitag sorgte ein Artikel auf dem Nachrichtenportal T-Online für Verwirrung, in dem behauptet wurde, dass die CDU mehr Parteieintritte als Austritte verzeichne – „und zwar ganz ausdrücklich wegen der Flüchtlingspolitik“. Zahlen wurden in dem Artikel jedoch nicht genannt. Als Quelle für diese Aussage berief sich T-Online auf die Hagener CDU-Bundestagsabgeordnete Cemile Giousouf sowie einen anonymen Abgeordneten.

Giousouf ist die erst muslimische CDU-Bundestagsabgeordnete. Sie kam 2013 dank eines guten Listenplatzes in den Bundestag und wurde trotz ihres jungen Alters sofort zur integrationspolitischen Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt.

Mehr als doppelt so viel Austritte

Tatsächlich aber gibt es zumindest bei der nordrhein-westfälischen CDU mehr Aus- als Eintritte. So musste die NRW-CDU am Samstag auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur einräumen, dass der Landesverband Ende Januar 4.559 Mitglieder weniger hatte als noch ein Jahr zuvor. Das Minus soll aber fast zur Hälfte durch Sterbefälle zustande gekommen sein. Im Januar gab es jedoch 754 Parteiaustritte und 215 Sterbefälle bei nur 324 Eintritten. Landesgeneralsekretär Bodo Löttgen bleibt dennoch bei der Darstellung, dass verstärkte Parteiaustritte wegen der Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht festzustellen seien. (ph)

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