Düsseldorf Geplanter IS-Anschlag in Düsseldorf? Justiz

Chat-Protokoll belastet Saleh A.

Düsseldorf. Im Prozess um das geplante Altstadt-Attentat wurde das Verfahren gegen einen der drei Angeklagten am Donnerstag abgetrennt. Der Hauptangeklagte wurde durch ein Chat-Protokoll über eine Bauanleitung für einen Sprengsatz belastet. Am Mittwoch warfen sich ein syrischer Flüchtling und Saleh A. gegenseitig vor, dem IS angehört zu haben.

Saleh A. betritt den Gerichtssaal (Bild: NRW.direkt)

Im Prozess um einen möglicherweise von der Terror-Organisation Islamischer Staat (IS) in der Düsseldorfer Altstadt geplanten Anschlag ist das Verfahren gegen einen der drei Angeklagten am Donnerstag abgetrennt worden. Der Prozess gegen den 26-jährigen Jordanier könnte bereits am 13. Dezember mit einem Urteil beendet werden. Weil sich nichts Belastendes gegen ihn herausgestellt hatte, kann der Mann jetzt auf einen Freispruch hoffen. Aber auch im Falle eines Freispruchs könnte der weitere Verbleib des Jordaniers in Deutschland neu überprüft werden.

Nach mehrfachen teilweise bizarren Erklärungen von Saleh A. muss der Sechste Strafsenat des Düsseldorfer Oberlandesgerichts unter dem neuen Vorsitzenden Richter Winfried van der Grinten jetzt nicht weniger klären als die Frage, ob es diesen Anschlagsplan tatsächlich so gegeben hat oder ob sich der Syrer Planung und Nichtausführung des Blutbads nur ausgedacht hat, um – so seine eigenen Worte – „einen Aufenthaltstitel, einen gewissen Geldbetrag und ein Haus oder zumindest eine Wohnung als Belohnung“ für dessen vermeintliche Nicht-Ausführung zu bekommen. Ein am Donnerstag verlesenes Chat-Protokoll, nach dem Saleh A. offenbar in Syrien um die Bauanleitung für einen Sprengsatz gebeten hatte, dürfte den 30-Jährigen jedoch belasten. „Sehr wirkungsvoll gegen Infanteristen, die damit zerfetzt werden“, hieß es in der Antwort aus Syrien.

Am Mittwoch kam es zu einer Zeugenvernehmung, bei der sich ein syrischer Flüchtling und Saleh A. gegenseitig beschuldigten, dem IS angehört zu haben. Ein anderer Syrer verweigerte am Donnerstag die Aussage, um sich nicht selbst zu belasten. (ph)

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