Die Citykirche als Seele der Stadt

Düsseldorf. Die evangelische Johanneskirche-Stadtkirche gehört zu den vielen Citykirchen in Deutschland, in der das pulsierende Stadtleben einen Augenblick innehält. Sie steht für die Begegnung von Kirche und Kunst.

Die Johanneskirche in Düsseldorf (Bild: NRW.direkt)

Die Johanneskirche in Düsseldorf (Bild: NRW.direkt)

Losgelöst von kirchlichen Wohnbezirken entwickelten sich in den sechziger Jahren im angelsächsischem Raum die sogenannten Citykirchen als Antwort auf die Veränderungen in den Großstädten. So entstand auch in Düsseldorf am Martin-Luther-Platz die Johanneskirche als Citykirche. In den neunziger Jahren schwappte die Idee herüber, Angebote für Menschen zu schaffen, die ihre eigene Form von Glauben suchen, innehalten und sich austauschen wollen oder Kunst und Musik erleben möchten.

Der Kirchenraum und das Café

Betritt der Besucher das imposante Backsteingebäude, empfängt ihn beim Betreten der Kirche zunächst ein großzügiger heller Raum, das Café der Kirche. Hier sitzen Menschen an Tischen, die lesen und gemütlich Kaffee oder Tee trinken. Zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter servieren mittags kleine Speisen und jede Menge selbst gebackenen Kuchen. Der angrenzende Kirchenraum beeindruckt durch seine transparente und wohl durchdachte Schlichtheit. Das hinter dem Altar hängende Holzkreuz beeindruckt sofort und zeigt Christus, leidend und zugleich den Menschen segnend. Auf der linken Seite fällt eine hohe, gewundene Stufenkanzel aus Glas ins Auge, mit eingravierten Namen von biblischen Personen. Beachtenswert auch die Taufkapelle mit einer Glaskugel und Kerzen, die als Weltkugel den Satz des Johannes-Evangeliums aufnimmt: „Ich bin das Licht der Welt.“

Angebote in der Johanneskirche-Stadtkirche

Kunst und Religion beschäftigen sich mit ähnlichen Fragen und Gedanken des Lebens. Sinnsuche ist mehr denn je gefragt. Diesem Bedürfnis entsprechen die kirchlichen und kulturellen Themen. Beim festlichen Silvesterkonzert kann der Konzertbesucher Georg Friedrich Händels „Messiah“ mit dem weltberühmten Hallelujah genießen. Bei den musikalischen Klängen der Kirche tauchen auch Namen der Düsseldorfer Jazzszene auf. Wolf-Dieter Doldinger & Best Friends geben regelmäßig seit 1998 Konzerte unter dem Motto „Sounds of Jazz“. Als beliebter Ort für Lesungen, Diskussionen und Ausstellungen ist die Johanneskirche weit über die Stadtgrenze hinaus bekannt. Schon am 6. Januar präsentiert der sizilianische Künstler Daniele Franzella seine Krippe unter dem Titel „Betlehem“. Dabei setzt er sich mit dem Thema Flucht und Vertreibung auseinander. Die Citykirche zu besuchen macht Freude. Sie ist von Dienstag bis Freitag zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet.

Tickets zu den Veranstaltungen gibt es im Büro der Kirche oder unter der Telefonnummer 02 11 – 60 170 815.

Print Friendly, PDF & Email

Über den Autor

Brigitta Dahlmann

Redakteurin für Kultur bei NRW.direkt seit Dezember 2015.