Düsseldorf Politik

„Dä Zoch kütt nit“

Düsseldorf. Trotz Zugabsage feierten unzählige Jecken in der Altstadt ausgelassen Rosenmontag. Was am Freitag- und am Samstagabend am Burgplatz passiert ist, kommt unterdessen nur langsam und stückweise an die Öffentlichkeit.

Polizeikräfte in der Altstadt (Bild: NRW.direkt)

Polizeikräfte in der Altstadt (Bilder: NRW.direkt)

Trotz der am Montagmorgen wegen einer Sturmwarnung erfolgten Absage des Rosenmontagszuges fanden sich im weiteren Verlauf des Tages unzählige Jecken in der Düsseldorfer Altstadt ein, um ausgelassen Karneval zu feiern. Nach anfänglichem Regen hellte sich das Wetter schnell wieder auf und nahm am frühen Nachmittag fast frühlingshafte Züge an.

Am späten Nachmittag aber wurde es in der Landeshauptstadt tatsächlich stürmisch; Dachziegel fielen auf Gehwege. Die Polizei war trotz Zugabsage mit einer hohen Anzahl von Kräften in der Altstadt präsent. Am Burgplatz sorgten die vorsorglich postierten Rettungs- und Sicherheitskräfte für fast festungsähnlichen Charakter.

Späte Informationen

Dort stellte die Polizei am Freitagabend eine größere Menschenansammlung fest, die laut der örtlichen Presse vom Montag überwiegend aus „überwiegend jungen und teils hochaggressiven Männern“ bestand. Nach 22 Uhr wurden die Einsatzkräfte von zwei jungen Frauen angesprochen, die schilderten, dass sie zuvor von Männern „sexuell angegangen“ worden waren. Die jungen Frauen beschrieben die Männer als Nordafrikaner. Nachdem beide Frauen betreut wurden, überprüfte die Polizei die Personengruppe „unter dem Einsatz starker Kräfte“ und sprach Platzverweise aus. Daraufhin zerstreute sich die Menschenansammlung wieder. Am Samstag waren noch mehr junge Männer auf dem Burgplatz. Durch das Einschalten der Lichtanlage gelang es der Polizei aber, die Situation unter Kontrolle zu bringen.

Bis zum Sonntag wurden die Ereignisse der Öffentlichkeit verschwiegen. Erst am Sonntagmittag erging eine Polizeimeldung zu den Ereignissen vom Freitagabend. Dass es sich bei der Personengruppe um junge und „hochaggressive“ Männer gehandelt hatte, wurde darin jedoch ebenso verschwiegen wie die Tatsache, dass die Situation am darauffolgenden Tag nur mit dem Einschalten der Lichtanlage unter Kontrolle gebracht wurde. Dies kam erst am Montagmorgen – und damit fast gleichzeitig mit der Absage des Rosenmontagszugs – aufgrund von Nachfragen der örtlichen Presse an die Öffentlichkeit. Verglichen mit anderen Städten der Region gilt die Düsseldorfer Informationspolitik beim Thema Flüchtlingskriminalität als besonders intransparent.

Mottowagen schnell wieder weg

Für Ärger sorgte ein Mottowagen des Karnevalsumzuges. Nachdem der Umzug abgesagt war, wurde mitgeteilt, ein meteorologisches „Zeitfenster“ bis 13 Uhr werde dazu genutzt, um die politischen Mottowagen vor das Rathaus zu bringen. Dort war jedoch die Generalkonsulin der Türkei zu Gast und verlangte vom Präsidenten des Carneval Comitee, dass ein Wagen mit einer Abbildung des türkischen Präsidenten Erdogan wieder entfernt wird. Auf dem Wagen war zu sehen, wie der türkische Präsident und ein Terrorist des Islamischen Staates miteinander anstoßen. Deren rote Trinkbecher trugen die Aufschrift „Kurden“. Bereits zur Mittagszeit waren alle Mottowagen wieder weg.

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