Mönchengladbach Nachrichten

„Das ist Antifa-Area“

Mönchengladbach. Ein AfD-Stand in Rheydt war am Samstag mit einer Gegenkundgebung der Antifa konfrontiert. Laut Polizei wurde „kontrovers diskutiert“, aber „innerhalb des demokratischen Rahmens“. Allerdings wurden die Mitglieder der AfD immer wieder von den linken Gegendemonstranten abfotografiert.

Die Antifa schiebt sich zwischen den AfD-Stand und das Polizeifahrzeug (Bild: Pressefoto AfD)

Die Antifa schiebt sich zwischen den AfD-Stand und das Polizeifahrzeug (Bild: Pressefoto)

Bislang riefen die Info-Stände der Mönchengladbacher AfD auf Seiten der Linken nur wenig Reaktionen hervor. Beim ersten Mal wurde auf der Hindenburgstraße, der Haupteinkaufsstraße der Stadt, ein AfD-Plakat von einem Linken umgestoßen. Beim zweiten Mal wurden die Plakate bespuckt.

Am Samstag aber wurde die Situation für die AfD-Vertreter erstmals bedrohlich: Als diese am späten Vormittag auf dem Marktplatz in Rheydt ihren Stand aufbauten, bemerkten sie einen jungen Mann, der sie in auffälliger Manier fotografierte und anschließend telefonierte. Auf seinem Handy war das Logo der Antifa zu erkennen. Offenbar wollte er Verstärkung herbeiholen. Die Mönchengladbacher AfD-Mitglieder riefen vorsorglich die Polizei. Die aber konnte nach ihrem Eintreffen nichts feststellen und zog wieder ab.

Nur kurze Zeit später trafen drei weitere Vertreter der Antifa ein, die sich zusammen mit dem Fotografen hinter einem Transparent mit der Aufschrift „Setzen, Sechs! Das Problem heißt Rassismus“ vor dem AfD-Stand aufbauten. Ungefähr zehn weitere junge Leute sollen sich dabei mit der Antifa solidarisiert und diese angefeuert haben. Auch wurden erneut die Kameras gezückt: „Da war keiner, der nicht die Kamera auf uns gehalten hat“, sagte ein AfD-Mitglied später.

„Verpisst euch!“

Jetzt wurde es ruppiger; der Mann, der den AfD-Stand anfänglich ausgespäht hatte, schrie: „Das ist Antifa-Area. Verpisst euch!“ Erneut wurde die Polizei gerufen. Die stellte sich dann mit ihrem Einsatzfahrzeug zwischen die AfD-Vertreter und den Gegendemonstranten, woraufhin sich die vier Vertreter der Antifa mit ihrem Transparent zwischen das Einsatzfahrzeug und den AfD-Stand schoben. Strafrechtlich Relevantes oder Bedrohungen habe es jedoch nicht gegeben. Es wurde „kontrovers diskutiert“, aber „innerhalb des demokratischen Rahmens“, so die Polizei.

Die Mönchengladbacher AfD bezeichnete den „geplanten Besuch der Antifa“ an ihrem Info-Stand jedoch als „Wendepunkt“. In einer Demokratie sollte es möglich sein, dass jeder seine Meinung frei äußern darf, ohne dabei gestört zu werden. „Es ist befremdlich, dass andere politische Strömungen dieses Grundrecht bei der AfD nicht respektieren. Die Zukunft wird zeigen, ob die Antifa in der Lage sein kann, ihre Gegendemonstrationen friedlich zu gestalten und der AfD mit Toleranz und Respekt zu begegnen“, hieß es in der Stellungnahme zu dem Vorfall. (ph)

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