Kolumnen Politik

Deutsche Leitkultur? Ja!

Die Debatte um die deutsche Leitkultur muss stattfinden. Diese zu diskriminieren, zu diffamieren, der Lächerlichkeit preiszugeben, ist ein peinlicher Akt der kollektiv gestörten Geisteshaltung des 68er-Auslaufmodells. Nationale Identität steht auch den Deutschen zu. Eine Kolumne von Kathrin Rommel.

Kathrin Rommel (Bild: NRW.direkt)

Es wird Zeit, in der breiten Öffentlichkeit, auf allen gesellschaftlichen und politischen Ebenen, intensiv über die deutsche Leitkultur zu diskutieren. Die Debatte darüber darf weder verstummen noch reflexartig abgelehnt werden. „Deutsche Leitkultur“ ist weder ein Schimpfwort noch ein Fäkalausdruck. Jede nationale Identität setzt eine Leitkultur voraus.

Bereits Altbundeskanzler Helmut Schmidt war über die Einflussnahme der politischen und gesellschaftlichen Institutionen, die das Verhältnis und Verständnis um die nationale Identität der Deutschen ablehnend kommunizierten, tief besorgt. Daran hat sich bis heute kaum etwas geändert. 1993 gründete Helmut Schmidt gemeinsam mit seinen Gefährten die Deutsche Nationalstiftung. Im Gründungsaufruf der Stiftung heißt es: „Die Idee der deutschen Nation und die Bestimmung unserer nationalen Identität in einem geeinten Europa dürfen wir weder extremen politischen Kräften noch den Gegnern der europäischen Integration überlassen. Der Versuch, auf den Begriff von Nation und nationaler Identität zu verzichten, müsste abermals die Gefahr einer deutschen Sonderrolle auslösen. Keine andere Nation Europas würde eine ähnliche Rolle für sich akzeptieren“. Zweck der Stiftung ist es unter anderem, „die nationale Identität den Deutschen bewusst zu machen und die Idee der deutschen Nation als Teil eines vereinten Europas zu stärken“.

Im Zuge dessen hat sich die CSU in ihrem Grundsatzprogramm 2007 zur „deutschen Kulturnation“ bekannt. Die CDU dagegen formulierte in ihrem Grundsatzprogramm nur eine schwache Kompromisslösung, die „Leitkultur in Deutschland“.

Integration, Assimilation, Einbürgerung

Die deutsche Leitkultur ist bereits im Grundgesetz verankert. Dort werden klar und deutlich die Inhalte unserer Wertegemeinschaft beschrieben. Unsere Gesellschaftsordnung fußt auf dem Fundament des Christentums mit jüdischen Wurzeln. Humanismus und Aufklärung haben uns zu einer modernen und erfolgreichen Zivilgesellschaft werden lassen.

Eine erfolgreiche Integration kann nur gelingen, wenn sich Flüchtlinge und Migranten aus fremden Kulturen einem kulturellen Wandel unterziehen, der sie für die Errungenschaften unserer innovativen und offenen Gesellschaft empfänglich macht. Menschen, die sich bewusst für Deutschland entschieden haben und unter uns leben wollen, müssen verpflichtet sein, unsere Wertegemeinschaft zu akzeptieren, zu respektieren und nach unseren Werten zu leben. Wer unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit Polygamie oder Kinderehe befürwortet, Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ablehnt, Homosexualität verteufelt, die Frau als Freiwild betrachtet, für den ist in Deutschland kein Platz. Am Ende einer erfolgreichen Integration sollte die Assimilation stehen, die die Kernwerte unserer Gesellschaftsordnung verinnerlicht und mit der Einbürgerung belohnt wird.

Voraussetzungen zur Einbürgerung zu niedrig angesetzt

Es ist unverantwortlich, dass Ausländer die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben, die in der Parallelgesellschaft Vielweiberei betreiben, Kinderehen praktizieren oder einem türkischen Diktator zur Macht verhelfen. Die Voraussetzungen für die Einbürgerung sind zu niedrig angesetzt. Die Aufenthaltsdauer für die Einbürgerung wurde durch die rot-grüne Bundesregierung von fünfzehn auf acht Jahre herabgesetzt. Durch weitere Erleichterungen und Sonderregelungen ist es heute möglich, bereits nach sechs Jahren die deutsche Staatsangehörigkeit zu erlangen. Diese Erleichterungen erfassen auch anerkannte Flüchtlinge.

Fraglich ist aber, ob ein 45-jähriger Flüchtling, der aus einem fremden Kulturkreis stammt, innerhalb von sechs Jahren unsere Werteordnung verinnerlichen kann? Schließlich gilt es, zuerst unsere Sprache zu lernen, um unserer Wertegemeinschaft inhaltlich zu begegnen und sie zu begreifen. Fazit: Multikulti ist längst gescheitert. Parallelgesellschaften, No-Go-Areas sowie der Verlust der inneren Sicherheit sind die Folgen einer missglückten Debatte über die deutsche Leitkultur. Einer Debatte, die in Deutschland selbstverständlich sein müsste.

Die Kolumnen bei NRW.direkt geben die Meinung des jeweiligen Autors wieder. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um die Meinung unserer Redaktion handeln.

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Über den Autor

Kathrin Rommel

Kathrin Rommel ist stellvertretende Landesvorsitzende der Liberal-Konservativen Reformer (LKR, ehemals ALFA). Ihre wichtigsten Themen sind Integration und Zuwanderung. In diesem Zusammenhang beschäftigt sie sich auch mit dem politischen Islam in Deutschland.