Kolumnen Politik

Deutsche Terror-Angst im Urlaub

Seit einigen Jahren vermeiden immer mehr deutsche Urlauber Länder wie die Türkei und reisen lieber nach Spanien. Auch in den aktuellen Herbstferien fliegen die Deutschen lieber in sichere und damit teurere Länder. Es zeigt sich: Angst vor Islamismus und Terror lässt die Deutschen tiefer in die Tasche greifen. Eine Kolumne von Christian Loose.

Christian Loose

2015 reisten noch etwa 5,6 Millionen Deutsche in die Türkei. Ein Jahr später waren es nur noch knapp 3,5 Millionen. 2017 werden es wohl nur noch 2,6 Millionen sein. Damit meiden knapp drei Millionen Deutsche seit den Anschlägen von 2015 und 2016 sowie der Zunahme der Islamisierung die Türkei dauerhaft. Stattdessen zieht es die Deutschen jetzt besonders nach Spanien, allen voran auf die Balearen oder Kanaren.

Das Ganze hat für die Türkei einen hohen Preis. Allein durch den Weggang der deutschen Touristen fehlen etwa 3 Milliarden Euro an Umsatz für die Hotels und etwa eine weitere Milliarde durch die Einkäufe der Deutschen. Umsätze, die auch nicht durch zusätzliche Hotelgäste aus osteuropäischen Regionen kompensiert werden konnten. Denn die Türkei musste das allgemeine Preisniveau für die Hotelübernachtungen weiter senken, um wenigstens Gäste aus dem russischsprachigen Raum zu gewinnen.

Die geringeren Einnahmen führen gerade beim Hotelpersonal durch Entlassungen und weniger Trinkgeld zu geringeren Löhnen. Eine weitere Verarmung des Personals in den Urlaubsgebieten könnte aber dazu führen, dass diese Personen anfälliger für Islamisierungs-Tendenzen werden. Bis jetzt lehnten die Bewohner der Urlaubsregionen Erdogans Politik noch mehrheitlich ab. Es bleibt zu hoffen, dass dies so bleibt.

Deutsche zahlen 600 Millionen Euro mehr für Urlaub

Die Deutschen müssen aufgrund der Terror-Angst tiefer in die Tasche greifen. Die Kosten für eine Übernachtung sind in Spanien mit etwa 95 Euro rund 20 Euro höher als in der Türkei mit 76 Euro. Bei etwa drei Millionen Touristen und durchschnittlich zehn Tagen Urlaubsreise ergeben sich für die Deutschen Zusatzkosten in Höhe von 600 Millionen Euro.

Und das bei meist schlechterem Service und geringerem Hotelniveau. Insbesondere Familien haben das Nachsehen, da gerade die Familienhotels in der Türkei sehr beliebt waren und sich die Kosten bei einer größeren Familie besonders stark bemerkbar machen.

Wird auch die deutsche Tourismusbranche leiden?

Außerdem wird die Frage sein, ob auch die Tourismusbranche in Deutschland in der Zukunft leiden wird. Werden ausländische Gäste bald Deutschland meiden? Angesichts der schleichenden Islamisierung und der Anschläge der letzten Jahre – etwa beim Weihnachtsmarkt in Berlin-Breitscheid – scheinen die Befürchtungen nicht ganz unbegründet zu sein.

Es wird Zeit, dass Deutschland seine Sicherheitslage in den Griff bekommt. Nur konsequente Abschiebungen aller abgelehnten Asylbewerber sowie konsequente Schnellverfahren für Asylbewerber aus Urlaubsregionen wie Tunesien oder Marokko können das Vertrauen in die Regierung und das Land wieder zurückbringen. Allerdings hatte Kanzlerin Angela Merkel bereits vor einem Jahr eine Abschiebe-Offensive angekündigt. Passiert ist seitdem fast nichts. Wie lange lassen sich die Deutschen dies noch gefallen?

Die Kolumnen bei NRW.direkt geben die Meinung des jeweiligen Autors wieder. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um die Meinung unserer Redaktion handeln.

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Über den Autor

Christian Loose

Der im Münsterland geborene Christian Loose ist seit Mai 2015 wirtschaftspolitischer Sprecher der NRW-AfD. Seit Juni 2017 ist er Abgeordneter im Düsseldorfer Landtag. Der gelernte Bank- und Diplomkaufmann arbeitet seit sieben Jahren bei einem großen Energieunternehmen und führt dort wirtschaftliche Analysen für Großprojekte ab einer Million Euro durch. Eines seiner politischen Ziele ist es, die Steuerverschwendung der Politiker zu bekämpfen, wofür er auch einen entsprechenden Straftatbestand fordert. Sein Lieblingszitat stammt von der ehemaligen britischen Premierministerin Margret Thatcher: „The problem with socialism is that you eventually run out of other people’s money." Übersetzt: „Das Problem mit dem Sozialismus ist, dass dir am Ende das Geld anderer Leute ausgehen wird."