Panorama

Die Jets der Rockstars

Düsseldorf. Nach ihrem Konzert in der Landeshauptstadt flogen die Rolling Stones am Dienstag in einer zum VIP-Jet umgebauten Boeing 767 nach Stockholm weiter. Noch eine Nummer größer machte es im letzten Jahr die britische Heavy-Metal-Band Iron Maiden, die mit einer eigenen Boeing 747 mit dem Rufzeichen „Ed Force One“ zu ihrem Konzert einflog.

Die „Ed Force One“ 2016 in Düsseldorf (Bilder: NRW.direkt)

Als Fluggäste von Germanwings am späten Dienstagnachmittag in Düsseldorf in einen Airbus einstiegen, dürften sie nicht schlecht gestaunt haben: Plötzlich jagten kurz hintereinander zwei Kolonnen schwarzer Limousinen mit Blaulicht direkt an ihnen vorbei und fuhren zu der direkt nebenan geparkten Boeing 767. Das ganz in weiß gehaltene Flugzeug trug die Aufschrift „Rolling Stones“, am Bug prangte das Bandlogo „Tongue and Lips“, besser bekannt als die „Rolling-Stones-Zunge“. Damit war die Situation selbsterklärend; jeder wusste, dass sich Mick Jagger, Keith Richards und die anderen Mitglieder der 1962 gegründeten englischen Rockband in den schwarzen Limousinen befanden, um nach ihrem Konzert am Vorabend in der Düsseldorfer Esprit-Arena ihren Weiterflug anzutreten.

Der führte zum nächsten Konzert nach Stockholm und fand stilecht in einer zum VIP-Jet umgebauten Boeing 767-300 mit der Flugnummer „ARN 001“ statt. Das bei der südafrikanischen Gesellschaft Aeronexus gecharterte Flugzeug mit der Kennung ZS-NEX gehört mit 96 First-Class-Sitzen zu den großräumigen VIP-Jets. Aeronexus wirbt damit, mit seinen zwei Jets neben den Rolling Stones und Guns N‘ Roses auch noch für verschiedene Fußball-Nationalmannschaften, Fußball-Teams der britischen Premier League sowie die britische Regierung zu fliegen.

Bei Iron Maiden sitzt der Sänger selbst im Cockpit

Noch eine Nummer größer machte es im Mai 2016 die britische Heavy-Metal-Band Iron Maiden, die mit einer Boeing 747-400 zu ihrem Konzert einflog. Das fand in Dortmund statt, wo die Boeing mit ihren 185.000 Tonnen Leergewicht zwar landen, aber nicht mehr hätte starten können. Also musste das Flugzeug mit der berühmten Flugnummer „CC 666″ in die Landeshauptstadt ausweichen. Gesteuert wurde der als „Ed Force One“ bekannte Jumbo-Jet von Bruce Dickinson, dem Sänger von Iron Maiden. Der 58-jährige Dickinson besitzt seit 1991 den Pilotenschein und war bis 2011 hauptberuflich Pilot der britischen Charterfluglinie Astraeus Airlines. Aus Anlass der Welttournee von Iron Maiden absolvierte er eine Spezialausbildung für die 747-400.

Im Vergleich fiel das Votum der Fans zugunsten von Iron Maiden aus: Als die „Ed Force One“ im letzten Jahr in Düsseldorf landete, bevölkerten tausende Heavy-Metal-Fans die Besucherterrasse des Flughafens. Als am Samstag die Rolling Stones mit ihrer VIP-Boeing landeten, waren es zumeist hartgesottene Spotter, die für diesen Moment geduldig im Regen ausgeharrt hatten. Fairerweise sollte dabei aber auch nicht unerwähnt bleiben, dass 2016 bereits Monate zuvor ein großer Medienwirbel um die Ankunft des Iron-Maiden-Jumbos gemacht wurde – während in diesem Jahr die Ankunft der Stones kaum vorab kommuniziert wurde.

Bild ganz oben: Die Boeing 767 der Rolling Stones rollt zum Start

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