Düsseldorf Wirtschaft und Verkehr

Die meisten Billigflüge starten in Düsseldorf

Düsseldorf. Die meisten Billigflüge in Deutschland starten inzwischen in der Landeshauptstadt. Im Gegensatz zu anderen NRW-Flughäfen muss der Airport jedoch noch keine Abhängigkeit von diesem Marktsegment befürchten. Das ergab der am Donnerstag veröffentlichte „Low Cost Monitor“ des DLR.

An keinem anderen deutschen Flughafen starten inzwischen so viele Billigflüge wie in Düsseldorf. Das ergab der am Donnerstag veröffentlichte und unserer Redaktion vorliegende „Low Cost Monitor“ des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). „Düsseldorf kommt durch eine starke Erhöhung des Angebots, besonderes durch Eurowings, auf über 1.000 Starts pro Woche und liegt damit auf Platz eins der deutschen Flughäfen mit den meisten Low-Cost-Angeboten“, erklärte Peter Berster vom DLR. Nach Fluggästen gerechnet wäre jedoch Köln/Bonn mit rund 4,5 Millionen Low-Cost-Passagieren im ersten Halbjahr vor rund 4,3 Millionen in Düsseldorf der größte Billigflieger-Airport in Nordrhein-Westfalen.

Als Hauptgrund für den großen Anteil von Billigflügen in Düsseldorf gilt die vor Jahren erfolgte strategische Neuausrichtung des Lufthansa-Konzerns. Diese führte dazu, dass die Lufthansa von Düsseldorf aus nur noch ihre beiden Hubs in Frankfurt und München bedient. Alle anderen innerdeutschen und europäischen Strecken wurden der Billigtochter Eurowings übergeben. Mit der Übernahme des täglichen Fluges von Düsseldorf nach Newark bei New York Anfang Dezember wird auch die Übergabe der Langstreckenflüge von Lufthansa an Eurowings abgeschlossen sein.

39,9 Prozent Passagiere bei Billig-Airlines

Eine Abhängigkeit vom Billigflieger-Segment ist in Düsseldorf jedoch noch nicht zu erkennen: Nur rund 4,3 der insgesamt rund 10,8 Millionen im ersten Halbjahr abgefertigten Fluggäste und damit 39,9 Prozent entfielen auf Low-Cost-Flüge. Anders als am Flughafen Köln/Bonn, wo mit rund 4,5 von insgesamt rund 5,9 Millionen Passagieren in diesem Zeitraum 76 Prozent auf Billigflieger entfielen.

Noch schlimmer sieht es in Dortmund aus, wo im ersten Halbjahr 95,6 Prozent der Fluggäste auf Billigflieger entfielen. In Weeze am Niederrhein betrug der Anteil der Billigflieger sogar 99,9 Prozent. Für Münster/Osnabrück wies die DLR-Studie mit 10 Prozent einen an Fluggästen gemessen ungewöhnlich niedrigen Billigflieger-Anteil auf. Der aber könnte in der eigenwilligen Zuordnung des DLR begründet sein, das zwar die irische Aer Lingus zu den Low-Cost-Anbietern zählt, nicht aber Airlines wie Condor, Germania und TUIfly. (ph)

Bild: NRW.direkt

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