Doch „Johannes-Rau-Flughafen“?

Düsseldorf. Die Befürworter des „Johannes-Rau-Flughafen“ lassen nicht locker. Aber trotz geschickt eingefädelter Kampagnen ist dafür auch weiterhin keine Ratsmehrheit in Sicht. Bleibt OB Geisel bei seinem Versprechen, den Stadtrat nicht zu umgehen?

Johannes-Rau-Denkmal in Düsseldorf (Bild: NRW.direkt)

Johannes-Rau-Denkmal in Düsseldorf (Bild: NRW.direkt)

Als im Dezember bekannt wurde, dass Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) den Düsseldorfer Flughafen in „Johannes-Rau-Flughafen“ umbenannt wissen will, sorgte das bei CDU und FDP für sofortige Ablehnung. Der 2006 verstorbene SPD-Politiker Johannes Rau war fast 20 Jahre nordrhein-westfälischer Ministerpräsident, seine politische Karriere beendete er als Bundespräsident.

Nach den Reaktionen von CDU und FDP war schnell klar, dass Geisel im Stadtrat keine Mehrheit für den von ihm gewünschten Flughafen-Namen haben wird. Nachdem sich auch noch Mitte Januar bei einer von der Rheinischen Post in Auftrag gegebenen Umfrage herausgestellt hatte, dass die Düsseldorfer Bevölkerung den „Johannes-Rau-Flughafen“ mehrheitlich ablehnt, glaubten viele, spätestens damit habe sich das Thema erledigt.

Befürworter lassen nicht locker

Sie irrten, denn am Mittwoch, dem Todestag von Johannes Rau, gab die Stadt Düsseldorf eine Pressemitteilung heraus, in der sich Rita Süssmuth (CDU), Burkhard Hirsch (FDP) und Michael Vesper (Grüne) für eine solche Ehrung des früheren Bundespräsidenten ausgesprochen hatten. Am Freitag wurde es noch bunter, denn an diesem Tag titelte die Rheinische Post plötzlich damit, dass sich der Flughafen selber ebenfalls für den neuen Namen ausgesprochen habe.

Bei genauer Betrachtung stellte sich jedoch schnell heraus, dass die Anteilseigner des Flughafens, bei dem Thomas Geisel erst vor zwei Wochen den Vorsitz des Aufsichtsrats übernommen hatte, lediglich „keine Gründe sehen, die gegen den Vorschlag sprechen“. Voraussetzung sei aber, die Firmierung, den Markennamen „Düsseldorf Airport“, das erst vor drei Jahren neu entwickelte Logo sowie den Drei-Letter-Code „DUS“ beizubehalten. Dies habe in den Gesprächen der letzten Wochen „außer Frage“ gestanden.

CDU und FDP bleiben bei ihrer Haltung

Aber trotz aller Kreativität der Befürworter und Gesprächen im Hintergrund ist auch weiterhin keine Ratsmehrheit für den „Johannes-Rau-Flughafen“ in Sicht. Die CDU machte schon am Mittwochabend deutlich, bei ihrem Nein bleiben zu wollen. „Wir lehnen die Namensgebung weiter ab, auch wenn Geisel den Todestag von Johannes Rau nutzt, um seinem Vorschlag Nachdruck zu verleihen“, sagte Fraktionsvorsitzender Rüdiger Gutt. „Dem Andenken an den ehemaligen NRW-Ministerpräsidenten ist am besten gedient, wenn der OB von seiner Idee ablässt.“ Außerdem stoße der Namenszusatz nicht auf die nötige Akzeptanz der Bevölkerung, so Gutt weiter. Und die FDP verwies auf die kritische Finanzlage der Stadt: „Es gibt zurzeit wichtigere Themen.“

Aufgrund ihres 50-prozentigen Anteils könnte die Stadt zusammen mit den anderen Eigentümern den Stadtrat umgehen. Aus dem Rathaus heißt es jedoch, dass dieser Weg nicht in Frage komme. Thomas Geisel hatte in einer gemeinsamen Erklärung mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (ebenfalls SPD) versprochen, „den Stadtrat einzubinden“. Daran wolle er sich halten.

Print Friendly, PDF & Email