Düsseldorf Justiz

Drei Jahre Haft für Sabri El-D.

Düsseldorf. Wegen Verabredung einer Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung wurde Sabri El-D. am Dienstag vom 6. Senat des Oberlandesgerichts zu drei Jahren Haft verurteilt. Vor seiner Verhaftung sprach er in einem Internet-Chat davon, dass „Allah die Deutschen vernichten soll“.

Der Hochsicherheits-Gerichtssaal des OLG (Bild: NRW.direkt)

Der Hochsicherheits-Gerichtssaal des OLG Düsseldorf (Bild: NRW.direkt)

In ihrer Urteilsbegründung wies die Vorsitzende Richterin Barbara Havliza darauf hin, dass es sich bei dem Verfahren gegen den Bonner Salafisten Sabri El-D. um den bundesweit ersten Fall handelt, in der bereits die Anbahnung einer Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zur Verurteilung gekommen ist. Ob sich das aber auch als „ein wirksames Instrument im Kampf gegen den internationalen Terrorismus erweisen wird, wird man abwarten müssen“, so Havliza.

Der heute 30-Jährige war einschlägig vorbelastet. Als am 5. Mai 2012 Salafisten wegen des Zeigens vom Mohammed-Karikaturen in Bonn Polizisten mit Messern und Steinen angegriffen haben, gehörte er zusammen mit Denis Cuspert und Fared S. zu den Anführern, die durch Megaphone Anweisungen gegeben hatten. Vorbestraft war er jedoch nur wegen des Erschleichens von Leistungen. Im Juni 2013 wurde sein Reisepass von der Stadt Bonn eingezogen, die Gültigkeit seines Personalausweises wurde auf das Bundesgebiet beschränkt. Dennoch versuchte er 2014 zweimal nach Syrien auszureisen. In beiden Fällen scheiterte aber schon seine Einreise in die Türkei.

„Drecksland, in dem bald die Scharia herrscht“

Danach suchte der zwischenzeitlich geschiedene El-D. in Internet-Chats eine heiratswillige muslimische Frau, die mit ihm nach Syrien auswandern sollte. Zu diesem Zweck sang er Frauen auch am Telefon Nasheeds vor und stellte klar, dass sich seine zukünftige Ehefrau vollverschleiern muss, das Haus nicht verlassen darf und sich auch sonst den strengen Regeln des Propheten Mohammed zu unterwerfen habe. Wenn Frauen damit nicht einverstanden waren, warf er ihnen vor, dass sie ihre Haltung von den „kaputten scheiß Deutschen“ übernommen hätten: „Allah soll die Deutschen vernichten.“ Deutschland sei ein „Drecksland“, in dem aber schon „in einigen Jahren die Scharia herrschen werde“. Dann würden die Frauen ihre Bestrafung erhalten. Einer Frau sagte er, sie werde „ihren Kopf verlieren“, wenn die Scharia in Deutschland Einzug halte.

Gleichzeitig bemühte sich der Deutsch-Tunesier Sabri El-D. erneut um eine Ausreise nach Syrien. Ende Mai 2015 bot er von Köln aus einem Vertreter der Terror-Organisation Junud al-Sham („Soldaten Syriens“) in einem Telegramm an, nach seiner Ankunft in Syrien für deren Anführer als Personenschützer tätig zu werden. In den frühen Morgenstunden des 16. Juni 2015 wurde er im Haus des Salafisten-Predigers Pierre Vogel im rheinischen Bergheim verhaftet. Dabei brachen vermummte Spezialkräfte die Eingangstür von Vogels Haus auf und überwältigten den zwei Meter großen und 150 Kilogramm schweren Sabri El-D.

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Über den Autor

Peter Hemmelrath

Herausgeber von NRW.direkt seit Dezember 2015.