Düren Justiz

Düren: Festgenommene wieder frei

Düren. Die beiden Festgenommenen, die an dem brutalen Angriff auf Polizisten vom Samstag beteiligt gewesen sein sollen, sind wieder auf freiem Fuß. Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) hatte angekündigt, dass die Täter die „ganze Härte des Rechtsstaats“ zu spüren bekommen. Der GdP-Landesvorsitzende Arnold Plickert forderte erneut eine Mindestfreiheitsstrafe für Angriffe auf Polizisten.

Zeigt sich Justitia wieder von ihrer milden Seite? (Symbolbild: NRW.direkt)

Zeigt sich Justitia wieder von ihrer milden Seite? (Symbolbild: NRW.direkt)

Wie die Rheinische Post (RP) am Montag unter Berufung auf die Aachener Staatsanwaltschaft berichtete, sind der 46-jährige Deutsch-Türke und sein 27-jähriger Sohn nach dem Angriff auf mehrere Polizisten vom Samstag wieder in Freiheit. Der Haftrichter habe keine Verdunkelungs- oder Fluchtgefahr gesehen, hieß es. „Das Gericht hat die Untersuchungshaft abgelehnt, weil die beiden Festgenommenen die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen und die zu erwartende Strafe zu gering ist, so dass eine Flucht unwahrscheinlich ist“, wurde Oberstaatsanwalt Wilhelm Muckel zitiert.

Die Staatsanwaltschaft hatte Verdunkelungsgefahr gesehen, weil einer der beiden Männer dem Mitarbeiter des Ordnungsamts massiv gedroht haben soll. Er werde den Mann umbringen, wenn er das nächste Mal Protokolle schreibe, soll der Fahrzeughalter zu dem Mann gesagt haben. Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) hatte am Sonntag angekündigt, dass die Täter die „ganze Härte des Rechtsstaats“ zu spüren bekommen werden.

Polizisten mit Radmutternschlüssel gezielt ins Gesicht geschlagen

Wie mehrfach berichtet, war ein Mann am Samstag in Düren mit mehreren Unterstützern auf die Straße gestürmt, nachdem er einen Mitarbeiter des Ordnungsdienstes an seinem Wagen bemerkt hatte. Als die Polizei anrückte, gingen die Männer auf die Beamten los. Insgesamt zehn Polizisten wurden verletzt. Erst mit Hilfe von Verstärkung war es möglich, die Angreifer zu stoppen und die beiden Tatverdächtigen festzunehmen. Einem Polizisten wurde mit einem Radmutternschlüssel gezielt ins Gesicht geschlagen.

Der Beamte liegt noch immer mit „massiven Gesichtsverletzungen“ im Krankenhaus. Lebensgefahr bestehe jedoch keine. „Es ist noch zu früh zu sagen, ob der Kollege vollständig genesen wird“, sagte ein Sprecher der RP. Der mutmaßliche Haupttäter soll weiterhin auf der Flucht sein.

GdP: „Zeit des Redens ist vorbei“

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) verurteilt die gewalttätigen Angriffe vom Wochenende auf das Schärfste und forderte den Gesetzgeber auf, endlich zu handeln: „Die Angriffe vom Wochenende in Köln, Düren und Gelsenkirchen zeigen, dass die Zeit des Redens vorbei ist. Wer Polizisten angreift, muss die Härte des Gesetzes erfahren. Daher fordern wir nachdrücklich die Einführung eines § 115 im Strafgesetzbuch, der Angriffe auf Polizisten, aber auch auf Feuerwehr- und Rettungskräfte mit einer Mindeststrafe von einem halben Jahr Freiheitsentzug ahndet. Bundesjustizminister Maas muss jetzt möglichst schnell die in den Gesprächen über das Sicherheitspaket in der Großen Koalition bereits vereinbarte Gesetzesverschärfung auf den Weg bringen“, sagte der GdP-Landesvorsitzende Arnold Plickert. (ph)

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