Düsseldorf Kultur

Düsseldorfer Rheinkirmes eröffnet

Düsseldorf. Oberbürgermeister Thomas Geisel hat die Rheinkirmes eröffnet. Auf die Besucher warten rund 300 Schausteller und nicht wenige Premieren. Der Beginn des zehntägigen Volksfestes wurde jedoch vom Terror-Anschlag in Nizza überschattet.

Schweigeminute für die Opfer von Nizza, v.l.n.r.: Lothar Inden, Thomas Geisel und Vincent Muller, im Hintergrund Polizeichef Norbert Wesseler (Bilder: NRW.direkt)

Schweigeminute für die Opfer von Nizza, v.l.n.r.: Lothar Inden, Thomas Geisel und Vincent Muller, im Hintergrund Polizeichef Norbert Wesseler (Bilder: NRW.direkt)

Auf der Oberkasseler Festwiese wurde am Freitag die Düsseldorfer Rheinkirmes eröffnet. In den nächsten zehn Tagen werden dort rund vier Millionen Besucher erwartet. Damit gehört die Rheinkirmes zu den größten Volksfesten in Deutschland. Ausgerichtet wird das Fest vom St. Sebastianus-Schützenverein, der in diesem Jahr sein 700-jähriges Bestehen feiert.

Rund 300 Schausteller, mehrere Brauereizelte und nicht wenige Premieren warten in diesem Jahr auf die Kirmesbesucher. Etwa das „Infinity“, das höchste mobile Looping-Karussel der Welt. Während sie kopfüber hängen, erreichen die Mitfahrer mit der Riesenschaukel eine Flughöhe von 65 Metern. Neben den traditionellen Elementen wie Riesenrad, Achterbahn oder Auto-Scooter steht in diesem Jahr das Gruseln hoch im Kurs: Im „Encounter“ können die Besucher eine „unheimliche Begegnung der dritten Art“ erleben, im „Horror Lazarett“ wartet ein Geisterhaus.

Wer lieber etwas Süßes mag, findet im „Chalet de Chocolat“ alles rund um das Thema Schokolade. Zum ersten Mal wird auf der Rheinkirmes auch Tennis gespielt; der Düsseldorfer Rochusclub hat mitten im Trubel einen entsprechenden Platz aufbauen lassen. Angekündigt sind unter anderem die ehemaligen Daviscupspieler Carl-Uwe Steeb und Eric Jelen. Weniger erfreulich für die Besucher ist jedoch, dass einige Brauereien den Preis für das Altbier um bis zu 15 Cent pro Glas erhöht haben. Mit einem Literpreis von 10 Euro 50 ist das Bier im Schlösser-Zelt jetzt teurer als zuletzt eine Maß beim Oktoberfest in München.

Mehr Sicherheitskräfte als im Vorjahr

Aus Sorge vor Übergriffen auf Frauen wie etwa in der Kölner Silvesternacht werden auf der Rheinkirmes deutlich mehr Sicherheitskräfte eingesetzt als in den Vorjahren. „Die Security-Leute sind dafür sensibilisiert, bei Belästigungen oder aggressiven Besuchergruppen einzugreifen“, sagte Kirmesarchitekt Thomas König im Vorfeld. Auch die Polizei will in diesem Jahr „starke Präsenz“ zeigen. Zugangskontrollen soll es jedoch nicht geben.

Tatsächlich aber wurde die Kirmeseröffnung von dem blutigen Terror-Anschlag am Vortag im französischen Nizza überschattet, bei dem mindestens 84 Menschen getötet wurden. Am Freitagvormittag verlautete, dass Oberbürgermeister Thomas Geisel das für das Ende des ersten Kirmestages geplante Feuerwerk wegen des Anschlags absagen wollte. Die Schützen setzten sich jedoch mit ihrem Wunsch nach dem Feuerwerk durch. „Es soll ein Signal sein, dass die freie Gesellschaft weder zu unterdrücken noch erpressbar ist“, sagte Lothar Inden, Chef des St. Sebastianus-Schützenvereins.

Schweigeminute für die Opfer von Nizza

Stattdessen verständigten sich Stadt und Schützen darauf, dass zur offiziellen Eröffnung am späten Nachmittag eine Schweigeminute für die Opfer des Anschlags eingelegt wird. Danach wurde die französische Nationalhymne gespielt. „Ich bin erschüttert und fassungslos über die Brutalität dieser Gewalttat. Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien“, sagte Thomas Geisel. Auch der französische Generalkonsul in Düsseldorf, Vincent Muller, ergriff das Wort: „Es ist eine harte Zeit für mein Land nach diesem schrecklichen Anschlag.“

Weiter sprach Muller davon, dass „wir diese Bedrohung besiegen werden“. Wie, sagte er jedoch nicht. Auch zum Urheber oder den Hintergründen des Anschlags äußerte er sich nicht. Laut des französischen Ministerpräsidenten Manuel Valls hatte der tunesischstämmige Attentäter „in der einen oder anderen Form“ Kontakt zum radikalen Islam.

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