Hochsauerlandkreis Politik

Ein Polizist nach Notruf wegen Randale

Meschede. Bei einer aggressiven Auseinandersetzung zweier Migrantengruppen kam nach 20 Minuten ein einziger Streifenwagen mit einem Polizisten. Der AfD-Politiker Jürgen Antoni verteidigte die unter Personalabbau leidende Polizei. Die wahren Schuldigen dieser Misere säßen in der Landesregierung und im Innenministerium.

Bild: NRW.direkt

Symbolbild: NRW.direkt

Am frühen Samstagabend kam es in Meschede zu einer aggressiven Auseinandersetzung zweier Gruppen mit sogenanntem Migrationshintergrund. Eine Person soll dabei einen Baseball-Schläger geschwungen haben. Als sich die bis zu 20 Beteiligten immer wüster angeschrien haben und aufgebracht gegenüberstanden, bekamen die Passanten Angst. Einer versuchte, die Polizeiwache über deren reguläre Rufnummer zu erreichen. Ohne Erfolg. Dann wählt er schließlich den Notruf 110. Dort aber wurde ihm gesagt: „Wir haben keinen Wagen.“ Erst nach etwa 20 Minuten rückt die Polizei an – mit einem einzigen Polizisten in einem Streifenwagen. Glücklicherweise waren die rivalisierenden Gruppen, nachdem sie mitbekommen hatten, dass jemand die Polizei gerufen hatte, zwischenzeitlich geflüchtet.

Gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung erklärte Polizeisprecher Holger Glaremin am Dienstag das ungewöhnlich kleine Aufgebot: Weil keine Einsatzkräfte vor Ort verfügbar waren, setzte sich schließlich der Dienstgruppenleiter mutig selbst in den Wagen – wohl wissend, dass er allein nicht viel hätte ausrichten können und möglicherweise sogar den Rückzug hätte antreten müssen. „Das ist eine Ausnahme, das kommt nicht häufig vor, aber wir haben im Hochsauerlandkreis ein großflächiges Gebiet“, sagte Glaremin. Im Raum Meschede seien zwei Streifenwagen besetzt gewesen, aber beide hätten zu diesem Zeitpunkt einen Einsatz gehabt. Zur Verstärkung seien bereits Wagen aus Arnsberg und Brilon unterwegs gewesen.

„Landesregierung und Innenministerium verantwortlich“

Jürgen Antoni (Bild: NRW.direkt)

Jürgen Antoni (Bild: NRW.direkt)

Jürgen Antoni, innenpolitischer Sprecher der NRW-AfD, verteidigte die Polizei später: „Die Polizei im Hochsauerlandkreis ist nicht die einzige Polizeibehörde in Nordrhein-Westfalen, die unter dem jahrelangen Personalabbau zu leiden hat, aber die Polizeibehörde mit dem prozentual höchsten Personalabbau im ganzen Land. Waren es im Jahre 2000 noch 430 Polizisten im Hochsauerlandkreis, sind es heute gerade noch einmal 360 Polizisten, die für die Sicherheit der 260.000 Einwohner zuständig sind.“ Nicht die Polizei habe Schuld an der Misere, stattdessen säßen die Verantwortlichen dafür in der Landesregierung und im Innenministerium.

„Innenminister Jäger wäre gut beraten, gerade große Flächenkreise mit mehr Personal auszustatten, anstatt wie im Hochsauerlandkreis aus Personalnot geschehen, zuzulassen, dass beispielsweise ein ziviler Einsatztrupp, der auch zur Bekämpfung der Einbruchskriminalität eingesetzt werden kann, ersatzlos aufgelöst wird. Von einer Ausnahme kann leider nicht mehr gesprochen werden, denn die Personalnot bei der Polizei ist landesweit unter einer überforderten rot-grünen Landesregierung zur Regel und somit zur Gefahr für die innere Sicherheit geworden“, sagte Antoni am Mittwoch gegenüber NRW.direkt. Der 52-jährige Kriminaloberkommissar war 2009 und 2010 SPD-Landtagsabgeordneter und dort unter anderem Mitglied des Innenausschusses. Seit Februar 2014 ist Jürgen Antoni Mitglied der Alternative für Deutschland. (ph)

Print Friendly, PDF & Email