Düsseldorf Wirtschaft und Verkehr

Einstellung des Flugbetriebs im Oktober

Düsseldorf. Was vor Tagen noch ein Gerücht war, ist am Montag bestätigt worden: Air Berlin muss den Flugbetrieb noch in diesem Monat einstellen. Auch drohen die Verhandlungen mit Easyjet zu scheitern. Damit steht erneut das Schreckgespenst eines Lufthansa-Monopols bei wichtigen Kurz- und Mittelstrecken im Raum.

„Ein eigenwirtschaftlicher Flugverkehr, also Flugverkehr unter dem IATA-Airline-Code AB, ist im eröffneten Insolvenzverfahren nach gegenwärtigem Erkenntnisstand spätestens ab dem 28. Oktober nicht mehr möglich“, hieß in einem am Montag von Air Berlin öffentlich gemachten Brief an die Mitarbeiter der insolventen Fluglinie. Lediglich der Betrieb der nicht insolventen Unternehmensteile NIKI und Luftfahrtgesellschaft Walter sowie der an die Lufthansa-Tochter Eurowings vermieteten Flugzeuge solle über dieses Datum hinaus weitergeführt werden.

In dem von Air-Berlin-Vorstandschef Thomas Winkelmann und dem Generalbevollmächtigten im Insolvenzverfahren, Frank Kebekus, unterzeichneten Brief wird auch darauf hingewiesen, dass nicht jeder Air-Berlin-Mitarbeiter von einem möglichen Käufer übernommen wird. Daher sollte sich jeder Mitarbeiter „aktiv auf dem Arbeitsmarkt umschauen“.

Was droht beim Scheitern der Verhandlungen mit Easyjet?

Die Bieterfrist für die insolvente Fluggesellschaft endet am kommenden Freitag. Bislang wurde davon ausgegangen, dass ein großer Teil von Air Berlin von der Lufthansa sowie ein kleinerer Teil von der britischen Billigfluglinie Easyjet übernommen wird. Am späten Sonntagabend aber berichtete die B.Z., dass die Verhandlungen zwischen Air Berlin und Easyjet zu scheitern drohen.

Ein solches Scheitern könnte dazu führen, dass kurzfristig wieder Verhandlungen mit anderen Airlines aufgenommen werden, etwa mit Condor. Diese müssten dann aber schnell zum Erfolg führen, da Air Berlin trotz eines staatlichen Überbrückungskredits das Geld ausgehen könnte. In diesem Fall müssten die bislang von Air Berlin genutzten Slots neu vergeben werden. Als Empfänger einer Neuvergabe kommen jedoch nur Fluglinien in Frage, die über genügend Fluggerät verfügen, die jeweiligen Strecken sofort zu bedienen.

Da der ärgste Konkurrent der Lufthansa, die irische Billigfluggesellschaft Ryanair, wegen einer Fehlplanung seit Wochen zehntausende Flüge streichen muss, könnte das im schlimmsten Fall dazu führen, dass bei einem Scheitern der Verhandlungen mit Easyjet alle Air-Berlin-Slots an den Lufthansa-Konzern fallen. Das aber würde zu einem Monopol des Konzerns etwa von Düsseldorf nach Berlin, Hamburg, München, Wien und Zürich führen – für die Fluggäste die schlechteste aller Lösungen.

Bild: NRW.direkt

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