Monheim am Rhein Nachrichten

Entscheidung über Moschee-Grundstücke

Monheim am Rhein. Am Mittwoch wird entschieden, ob die Stadt zwei islamischen Gemeinden Grundstücke für deren Moschee-Neubauten kostenlos zur Verfügung stellt. Bei den Debatten im Vorfeld verteidigte Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) den der Türkei unterstehenden Dachverband DITIB leidenschaftlich gegen jede Kritik.

Daniel Zimmermann (Bild: NRW.direkt)

Daniel Zimmermann (Bild: NRW.direkt)

Wie die Stadtverwaltung am Freitag mitteilte, wird sich am Mittwoch zunächst der Haupt- und Finanzausschuss mit dem Thema befassen. Am Abend wird der Stadtrat über die Überlassung der Grundstücke abstimmen. Bei beiden Sitzungen ist es lediglich Monheimer Bürgern erlaubt, diese als Zuschauer zu verfolgen. Bei zwei sogenannten Bürgerinformationsveranstaltungen im Vorfeld war die Teilnahme nur Monheimer Bürgern sowie akkreditierten Journalisten erlaubt. Dem Vertreter von NRW.direkt wurde jedoch in beiden Fällen die Teilnahme verweigert.

Auf den Bürgerinformationsveranstaltungen kam es zu massiver Kritik von Seiten der Bürger an den geplanten Grundstücks-Überlassungen. Auch CDU und SPD sprachen sich gegen die Pläne aus. Die Kritik entzündete sich insbesondere daran, dass es sich bei einer der Gemeinden um eine des der türkischen Religionsbehörde Diyanet unterstehenden Dachverbandes DITIB handelt.

Bürgermeister Daniel Zimmermann von der lokalen Peto-Partei verteidigte die DITIB in den letzten Monaten jedoch leidenschaftlich gegen jede Kritik. Am letzten Donnerstag fand in Monheim eine Podiumsdiskussion statt, an der neben Zimmermann ein Vertreter der DITIB-Gemeinde, ein Kirchenexperte des WDR sowie ein Islam-Experte teilnahmen. Während sich bei den Diskussionsteilnehmern keinerlei Kritik an Zimmermanns Plänen regte, war aus dem Publikum erneute Ablehnung zu vernehmen.

DITIB hofft auf Prunk-Moschee

Im Stadtrat verfügt Zimmermanns Peto-Partei mit 26 von 40 Mandaten über die absolute Mehrheit. Damit wird im Vorfeld der Abstimmungen davon ausgegangen, dass die Moscheen trotz Protesten von Bürgern und anderen Parteien gebaut werden.

Die Monheimer DITIB-Gemeinde hatte ihre Wünsche bereits Anfang September in einem an die Parteien verschickten „Raumprogramm“ mitgeteilt. Laut der Rheinischen Post soll darin von einem Gebetssaal für 800 Personen, einer Wohnung für Imam und Hausmeister, acht Schulungsräumen, einer Teestube für 100 bis 150 Menschen, einem Konferenzsaal für 400 Menschen, Spiel- und Hobbyräumen für Kinder sowie einem Geschäft für halales Essen die Rede gewesen sein.

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