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Erdogan kommt nach NRW

Düsseldorf. Im März will der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nach NRW kommen, um bei seinen Landsleuten für das Präsidialsystem zu werben. Erst am Samstag war der türkische Ministerpräsidenten Binali Yildirim dazu in Oberhausen. Die Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel (CDU) sieht solche Auftritte als Belastung und als Ausnutzung deutscher Toleranz.

Unter Berufung auf einen hochrangigen Diplomaten aus Ankara berichtete die Bild-Zeitung am Mittwoch, dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan im März nach Nordrhein-Westfalen kommen will. „Der Präsident wird zum jetzigen Stand einen offiziellen Besuch im März in Straßburg machen. Danach wird er auf einer Veranstaltung in NRW, deren genauerer Ort noch nicht feststeht, für das Präsidialsystem werben“, zitierte die Zeitung den Diplomaten.

Am 16. April dürfen auch im Ausland lebende Türken über eine Verfassungsreform mitentscheiden, die das türkische Parlament weiter schwächen und Erdogan noch mehr Macht einräumen würde. In NRW sind dazu rund 500.000 Türken aufgerufen. Auftritte türkischer Politiker lösen bei ihren in Nordrhein-Westfalen lebenden Landsleuten traditionell Begeisterung aus. Erst am letzten Samstag bejubelten fast 10.000 Türken in Oberhausen den türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim, als dieser für Zustimmung zur Verfassungsreform geworben hatte.

Die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel (CDU) hat kein Verständnis für die zunehmende türkische Innenpolitik auf deutschem Boden: „Es macht mich traurig, wenn die Gastfreundschaft, Toleranz und Offenheit unseres Landes derart ausgenutzt werden. Ein Staatsbesuch sollte verbinden und nicht wegen eigenem Egoismus zur Belastung werden“, sagte sie auf Nachfrage unserer Redaktion. (ph)

Bild: Erdogan-Bild auf einer Kundgebung mit fast 40.000 Türken im Juli 2016 in Köln. Bildrechte: NRW.direkt

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