Köln Politik

Erdogan will DITIB-Moschee besuchen

Köln. Der türkische Staatspräsident Erdogan will im Rahmen seines Staatsbesuchs auch die DITIB-Zentralmoschee im Stadtteil Ehrenfeld besuchen. „Damit zeigt er seine Verbundenheit zu seiner Organisation“, sagt die Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel. „Ich bin froh, dass der Bund aus der Finanzierung dieses verlängerten Arms Erdogans ausgestiegen ist. NRW sollte dem folgen.“

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan will im Rahmen seines Staatsbesuchs in Deutschland vom 27. bis 29. September auch die DITIB-Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld besuchen. Wie die Rheinische Post (RP) am Mittwoch berichtete, habe die türkische Staatsführung diesen Wunsch bei den deutschen Gastgebern angemeldet. Erdogans Treffen mit seinen Landsleuten könnte am dritten Tag seines Besuchs, am 29. September, stattfinden. Die ursprüngliche Idee, eine Großveranstaltung mit Tausenden Deutschtürken in einer Halle, stößt auf Skepsis in der Bundesregierung. Im Gespräch waren das Berliner Tempodrom und  die Dortmunder Westfalenhalle.

Ein Berater der türkischen Regierung bestätigte der RP, dass Erdogan nun die Kölner Moschee besuchen möchte. Er betonte jedoch gleichzeitig: „Wir wollen dies aber nur im Einvernehmen mit der deutschen Politik machen.“ Die deutsche Seite hielt sich dazu bislang bedeckt: „Derzeit laufen die Planungen für den Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Erdogan. Zu einzelnen Programmpunkten informieren wir zu gegebener Zeit“, sagte eine Sprecherin des Bundespräsidenten. Eine Sprecherin der Stadt Köln sagte, für einen Besuch Erdogans liege keine Anfrage vor.

Über die Satzung an die türkische Religionsbehörde gebunden

Mit etwa 900 Moscheen und rund 800.000 Mitgliedern ist die Diyanet Isleri Türk Islam Birligi (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion, abgekürzt DITIB) der größte Islam-Verband in Deutschland. Über ihre Satzung ist sie an die türkische Religionsbehörde Diyanet in Ankara angebunden. Aufgrund mehrerer Skandale geriet die DITIB in den letzten Jahren zunehmend in die Kritik. An der immer wieder von der deutschen Politik geforderten Loslösung von der Türkei zeigte der Verband bislang keinerlei Interesse.

„Damit zeigt er seine Verbundenheit zu seiner Organisation“, kommentierte die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel Erdogans Anliegen gegenüber unserer Redaktion. „Ich bin froh, dass der Bund aus der Finanzierung dieses verlängerten Arms Erdogans ausgestiegen ist. Nordrhein-Westfalen sollte dem folgen“, forderte die CDU-Politikerin und verwies dabei darauf, dass die türkische Religionsbehörde aufgrund der Satzung der DITIB deren Vorstand bestimmt. „Und damit bestehen deren Inhalte nach wie vor.“ (ph)

Bild: Die DITIB-Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld. Bildrechte: NRW.direkt

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