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Weihnachtsmarkt vor dem Aus?

Essen. Aus Sorge vor Terror-Anschlägen soll der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr mit mehreren Beton-Sperren gesichert werden. Diese würden jedoch 200.000 Euro kosten.

Das berichtete die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) am Dienstag. Die jeweils drei Tonnen schweren Betonklötze sollen den Essener Weihnachtsmarkt für die gesamte Dauer von 30 Tagen schützen. Gegenüber der WAZ wies die Essen Marketing Gesellschaft (EMG) jedoch darauf hin, dass sie die dafür erforderliche Summe nicht aufbringen könne. Die Kosten auf die Schausteller umzulegen, sei ebenfalls nicht praktikabel. Dies sei mit der Erhöhung der Standgebühr um 1.000 Euro verbunden. „Dann wäre der nächste der letzte Essener Weihnachtsmarkt“, warnte EMG-Geschäftsführer Dieter Groppe.

Der 24-jährige Tunesier Anis Amri hatte am 19. Dezember in Berlin mit einem Lkw-Anschlag elf Menschen getötet und mehrere Dutzend schwer verletzt. Nur kurz nach dem Anschlag wurde bekannt, dass der 2015 illegal in Deutschland eingereiste Amri bereits im Februar 2016 als Gefährder eingestuft wurde.

Anis Amri hatte in Deutschland unter zahlreichen gefälschten Identitäten gelebt und verübte den Anschlag im Namen der Terror-Organisation Islamischer Staat (IS). Seitdem waren Beton-Sperren als Schutz vor weiteren Lkw-Anschlägen die einzige nennenswerte Antwort der deutschen Politik auf die Bedrohung durch den IS. (ph)

Bild: In Düsseldorf wurde Weihnachten 2016 kurzfristig mit Container-Sperren auf den Lkw-Anschlag in Berlin reagiert. Bildrechte: NRW.direkt

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