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Ex-Freund soll 15-Jährige erstochen haben

Viersen/Mönchengladbach. Der 17-jährige Matyu K., der die 15-jährige Juliana R. am Montag in einem Park erstochen haben soll, soll seine Tat angekündigt haben. „Sollte die einen neuen Freund haben, dann bringe ich die um“, soll er im Freundeskreis vor der Tat mitgeteilt haben. Das wurde am Donnerstag auf einer Pressekonferenz von Polizei und Staatsanwaltschaft mitgeteilt.

Polizei und Staatsanwaltschaft teilten auf einer Pressekonferenz am Donnerstag in Mönchengladbach weitere Details zum gewaltsamen Tod der 15-jährige Juliana R. mit. Das aus Rumänien stammende Mädchen war am Montag in einem Park in Viersen mit mehreren Messerstichen getötet worden. Der 17-jährige Matyu K. stellte sich einen Tag später mit seiner Anwältin bei der Polizei. Am Mittwoch wurde Haftbefehl wegen Mordes gegen den Bulgaren erlassen.

Zu Beginn der Pressekonferenz kritisierte der Mönchengladbacher Polizeipräsident Mathis Wiesselmann Hasskommentare und Vorverurteilungen, die es nach der Bluttat im Internet gegeben habe. Dabei sei auch „die Polizeiarbeit herabgewürdigt“ und „die Bundeskanzlerin verunglimpft“ worden. „Ich verstehe, dass wir in aufgeregten Zeiten leben und dass viele Menschen verunsichert sind“, sagte Wiesselmann. „Vertrauen Sie der Arbeit der Sicherheitsbehörden. Wir wollen, dass die Täter ihre gerechte Strafe bekommen. Vorverurteilungen helfen dabei nicht.“

„Sollte die einen neuen Freund haben, dann bringe ich die um“

Anschließend schilderte Ingo Thiel, der Leiter der Mordkommission, den Verlauf der Ermittlungen. Die Polizei habe schnell Hinweise auf den Tatverdächtigen aus dem Umfeld des Opfers bekommen. So habe eine Freundin der Getöteten gesagt: „Wenn die tot ist, dann weiß ich, wer das getan hat.“ So soll Matyu K., von dem sich Juliana R. in der letzten Woche getrennt hatte, gegenüber Freunden in einer Sprachnachricht gesagt haben: „Sollte die einen neuen Freund haben, dann bringe ich die um.“ Nachdem Juliana R. eine Aussprache abgelehnt hatte, soll er ihr am Montag im Park aufgelauert haben. Dabei soll er mit einem Küchenmesser, dessen Klinge 15 Zentimeter lang war, insgesamt sechs Mal in ihren Oberkörper gestochen haben. Vier der sechs Stiche seien dabei tödlich gewesen.

Matyu K. sei der Polizei wegen gefährlicher Körperverletzung und Drogendelikten bereits bekannt gewesen, schilderte Ingo Thiel. Eine Arbeit habe er nicht gehabt, auch zur Schule sei er nicht gegangen. Damit, dass er sich gestellt habe, sei er seiner Verhaftung zuvorgekommen. „Wir hätten ihn eine halbe Stunde später festgenommen, wir standen schon vor der Tür“, sagte Thiel. Zur Tat wollte der 17-Jährige jedoch nichts sagen. Mitarbeiter des Landeskriminalamts hätten aber in Nachtarbeit den Nachweis erbracht, dass es sich bei Spuren an seiner Kleidung um das Blut von Juliana R. gehandelt habe. Daraufhin konnte der entsprechende Haftbefehl beantragt werden.

Danach nahm der Mönchengladbacher Staatsanwalt Stefan Lingens eine rechtliche Einordnung der Tat vor: Juliana R. habe nicht gewusst, dass Matyu K. sie angreifen wird. Da sie ihn auf WhatsApp blockiert hatte, konnte sie nichts von seiner Ankündigung wissen. Damit sei sie „arg- und wehrlos“ gewesen, womit das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt sei. Da Matyu K. jedoch noch unter das Jugendstrafrecht fällt, drohen ihm für diese Tat nur maximal zehn Jahre Haft.

Bild von links: Mathis Wiesselmann, Ingo Thiel und Stefan Lingens. Bildrechte: NRW.direkt

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