Fahndung nach Dinslakener Jihadisten

Dinslaken. Ein Islamist der „Lohberger Brigade“ wurde im Zusammenhang mit den Terror-Anschlägen in Paris zur Fahndung ausgeschrieben. Nordrhein-Westfalen gilt seit Jahren als Planungs- und Rückzugsraum der Salafisten. Mehrfach bezeichneten CDU-Politiker NRW als „das Wohlfühlzimmer der Salafisten“.

Salafisten in NRW (Bild: NRW.direkt)

Salafisten in NRW (Bild: NRW.direkt)

Wie der SPIEGEL am Freitag berichtete, suchen die deutschen Behörden nach Hüseyin D. aus Dinslaken. Er soll im Zusammenhang mit den Terror-Anschlägen in Paris zur Fahndung ausgeschrieben sein. Auf der insgesamt 16 Personen umfassenden Liste der „vorrangigen Fahndungen“ in Deutschland steht der von den Behörden derzeit in der Türkei vermutete D. an letzter Stelle. Nummer 1 ist Salah Abdeslam, einer der flüchtigen Attentäter von Paris.

Bei dem 42-jährigen Hüseyin D. soll es sich um ein Mitglied der „Lohberger Brigade“ handeln. Hierbei handelt es sich um eine Gruppe von Salafisten aus dem Dinslakener Stadtteil Lohberg, die 2013 in den Jihad nach Syrien gezogen war. Dort hatten Mitglieder dieser Gruppe engen Kontakt zu Abdelhamid Abaaoud, dem mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge von Paris. Bei den islamistisch motivierten Terror-Anschlägen wurden am 13. November 130 Menschen getötet und 352 verletzt, davon 97 schwer.

NRW „Wohlfühlzimmer der Salafisten“ ?

Nordrhein-Westfalen gilt unter Experten als Planungs- und Rückzugsraum der Salafisten. Dies wird auf die milden Gerichtsurteile der NRW-Justiz gegen die religiösen Fanatiker sowie auf den – im Vergleich zu anderen Bundesländern – geringen Repressionsdruck zurückgeführt. Mehrfach bezeichneten CDU-Politiker Nordrhein-Westfalen als „das Wohlfühlzimmer der Salafisten“.

Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) beharrt jedoch seit Jahren darauf, dass Beobachtung durch die Sicherheitsbehörden und sogenannte „Aussteigerprogramme“ die Bedrohung durch gewaltbereite Salafisten entschärfen werden. Seine bislang repressivste Maßnahme gegen Salafisten bestand in seiner Anordnung an die Polizei im September 2014, den in Wuppertal patrouillierenden „Scharia-Polizisten“ ihre Westen wieder wegzunehmen. Laut des Verfassungsschutzberichtes 2014 gibt es in NRW etwa 2.000 Salafisten. Das sind rund ein Viertel aller in Deutschland lebenden Salafisten.

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