Düsseldorf Politik

„Fake-News“ bei Streit um Moschee-Fest am Karfreitag?

Düsseldorf. Beim Streit um ein Moschee-Fest am Karfreitag machen ein Vertreter der islamischen Gemeinde sowie eine große Tageszeitung Stimmung gegen die Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel. Die CDU-Politikerin „gieße noch mehr Öl ins Feuer“, wurde unter anderem behauptet. In Wahrheit aber hatte Pantel weder etwas dazu gesagt noch mit der Zeitung gesprochen.

Sylvia Pantel (Bild: NRW.direkt)

Am Donnerstag wurden in Düsseldorf mehrere Zeitungsberichte veröffentlicht, nach denen die CDU-Ratsmitglieder Dagmar von Dahlen und Christian Rütz kritisiert hatten, dass ein Gemeindefest einer Moschee-Gemeinde im Stadtteil Eller ausgerechnet am Karfreitag beginne. Dass das Gemeindefest „Kermes“ an dem Tag beginne, an dem Christen dem Leiden und Sterben Jesu gedenken, zeige „mangelnden Respekt vor den kulturellen Gebräuchen in Deutschland und zu wenig Bemühen um Achtung der christlichen Tradition“, hieß es in einer Stellungnahme der beiden Politiker. Darin hatten sich beide auch zum 3. Oktober geäußert: „Ob der Tag der offenen Moschee unbedingt am Tag der Deutschen Einheit stattfinden muss, sei einmal dahingestellt.“ Die Kritik der CDU-Ratsmitglieder hatte zur Folge, dass sich das Ordnungsamt das „Kermes“-Fest am Karfreitag nunmehr genauer anschauen will.

Bei Vertretern der zur DITIB gehörenden Moschee-Gemeinde löste die Kritik an dem seit 15 Jahre stattfindenden „Kermes“-Fest jedoch Unverständnis aus. „Es gibt keine laute Musik, keinen Tanz, nicht einmal eine Hüpfburg“, wurde Bilkay Sadettin, stellvertretender Vorsitzender der Moschee-Gemeinde, in der Rheinischen Post zitiert. In der Neue Rhein Zeitung (NRZ) warf Sadettin der CDU-Bundestagsabgeordneten Sylvia Pantel vor, sich neben von Dahlen und Rütz ebenfalls an dem Fest seiner Moschee-Gemeinde gestört zu haben: „Sylvia Pantel hat sich daran genauso beteiligt. Für mich war es nun das letzte Mal, dass meine Verwandten und ich für sie und die CDU gestimmt haben.“

Vorwürfe gegen Pantel frei erfunden?

Diese Aussage griff die NRZ auf, um gegen die im Düsseldorfer Süden direkt gewählte Abgeordnete Stimmung zu machen: „Die Düsseldorfer CDU muss verzweifelt sein, wenn sie versucht, mit solchen Aktionen gegen die muslimische Gemeinde der AfD Stimmen abzuluchsen. Mir scheint, als wollten von Dahlen, Rütz und Pantel einfach von der hitzigen Islam-Debatte profitieren, indem sie noch mehr Öl ins Feuer gießen“, schrieb ein Redakteur in einem am Donnerstag von der Zeitung veröffentlichten Kommentar.

Die journalistisch eigentlich gebotene Recherche, ob sich Sylvia Pantel tatsächlich dazu geäußert hatte, gab es aber offenbar ebenso wenig wie die Möglichkeit für die Bundestagsabgeordnete, zu den Vorwürfen von Bilkay Sadettin Stellung zu beziehen: „Davon habe ich weder etwas gewusst noch habe ich etwas dazu gesagt“, sagte Sylvia Pantel am Freitag auf Nachfrage unserer Redaktion. Dabei verwies sie auch darauf, dass die NRZ überhaupt nicht mit ihr gesprochen habe. „Mir einfach etwas zu unterstellen, zu dem ich gar nichts gesagt habe, ist eine Unverschämtheit!“

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