Politik

Familiennachzug auch für Zweitfrauen?

Düsseldorf. In Schleswig-Holstein wurde einem Syrer erlaubt, auch seine Zweitfrau nach Deutschland holen zu lassen. Begründet wurde das mit deren Kindern. Die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel reagierte darauf mit Empörung. „Mit dieser Entscheidung fördern wir auch die Bigamie“, kritisierte die CDU-Politikerin.

Sylvia Pantel (Bild: NRW.direkt)

Ein Syrer, der mit seinen vier Kindern und seiner Erstfrau 2015 nach Deutschland flüchtete, durfte inzwischen auch seine Zweitfrau nachholen. Das berichtete die Bild-Zeitung am Freitag und sorgte damit bundesweit für Wirbel. Zuvor hatte das Hamburger Abendblatt darüber berichtet. Hintergrund der von der Kreisverwaltung getroffenen Entscheidung ist, dass der inzwischen in Schleswig-Holstein lebende Mann die vier Kinder, die er mit seiner Zweitfrau hat, bereits nach Deutschland holen durfte. Diese Kinder sollen nach Ansicht der Behörde hier nicht ohne ihre Mutter aufwachsen. Auch einem anderen Mann wurde von der Kreisverwaltung erlaubt, seine Zweitfrau nach Deutschland kommen zu lassen.

Dass mit solchen Entscheidungen die Bigamie gefördert werde, bestritt Oliver Carstens, Sprecher des Kreises Pinneberg, gegenüber der Bild-Zeitung: „Im Kreis Pinneberg werden bigamische Ehen nicht gefördert. Es liegt jedoch außerhalb unserer rechtlichen Möglichkeiten, auf Eherechte anderer Staaten einzuwirken.“ Der Nachzug der Zweitfrauen erfolge lediglich „zur Vermeidung einer außergewöhnlichen Härte im Interesse der Kinder“.

Die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel (CDU) reagierte darauf mit Empörung: „Natürlich fördern wir mit dieser Entscheidung auch die Bigamie. Die hier lebenden Kinder haben ihren Vater und die Stiefmutter in Deutschland“, sagte Pantel am Samstag unserer Redaktion. „Mit einer solchen Entscheidung setzen wir Anreize, die wir nicht setzen sollten und höhlen unsere Gesetzgebung aus.“ (ph)

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