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FKK-Strand-Pöbler haben lange Vorstrafenregister

Xanten/Düsseldorf. Einen Monat nachdem bärtige Männer Badegäste an einem FKK-Strand unter „Allahu akbar“-Rufen beleidigt und bedroht haben, hat Innenminister Ralf Jäger dem CDU-Abgeordneten Gregor Golland Details zu den ermittelten Tatverdächtigen mitgeteilt. Alle drei haben lange Vorstrafenregister. Einer der Verdächtigen wurde 2007 wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt. Ein anderer wurde bis letzte Woche in Deutschland geduldet.

Gregor Golland (Bild: NRW.direkt)

Gregor Golland (Bild: NRW.direkt)

Am 20. Juli bedrohten und beleidigten fünf vollbärtige Männer mehrere Badegäste im FKK-Bereich eines Strandbades an der Xantener Südsee. Zwei der Männer schwammen in diesen Bereich des Strandes, stiegen aus dem Wasser und begannen, die dortigen Badegäste zu beleidigen. Unter anderem riefen sie „Ihr seid Schweine“, „Deutsche Männer zeigen ihre Schwänze“, „Schlampen“ sowie „Allahu akbar“. Zwei weitere Männer gesellten sich zu den Schwimmern und stiegen in die Schimpf- und Bedrohungstiraden mit ein. Anschließend entfernten sich die Täter wieder aus dem FKK-Bereich. Zum Zeitpunkt des Vorfalls hielten sich dort etwa 60 bis 70 Paare auf, darunter auch Eltern mit Kindern.

Nachdem sich der Duisburger Staatsschutz des Vorfalls angenommen hatte, wurde eine Woche später mitgeteilt, dass drei junge Männer aus dem Ruhrgebiet als Tatverdächtige ermittelt wurden. Auf Nachfrage des Landtagsabgeordneten Gregor Golland (CDU) teilte Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) jetzt nähere Details zu den Verdächtigen mit. Dabei handelt es sich um drei Männer aus Essen: einen 23-Jährigen mit deutschem und polnischem Pass, der wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in zwei Fällen, versuchtem Diebstahl, Fahren ohne Führerschein und Drogendelikten vorbestraft ist, einen 19-Jährigen mit deutschem und libanesischem Pass, der wegen Betrugs, Urkundenfälschung, Beleidigung, Körperverletzung und Diebstahl vorbestraft ist sowie einen 23-jährigen Türken, der bis 22. August in Deutschland geduldet wurde und bereits wegen Beleidigung, Schwarzfahren, Diebstahl und gefährlicher Körperverletzung verurteilt wurde.

„Die Duldung wird hoffentlich nicht verlängert“

„Ich erwarte von der Landesregierung nicht nur deutliche Worte zu den Vorfällen, sondern auch alle rechtsstaatlich möglichen Sanktionen gegen die Täter“, sagte Golland am Montag. Die Duldung eines der Täter werde „hoffentlich nicht verlängert“. Auch Nacktbaden gehöre zu unseren kulturellen Freiheiten und sei in Deutschland akzeptiert. „Wem das nicht gefällt, soll dahin gehen, wo dies nicht erlaubt ist.“ Abschließend appellierte Gregor Golland an Opfer und betroffene Einrichtungen: „Rufen Sie die Polizei, zeigen Sie die Täter an. Nur so kann den Tätern das Handwerk gelegt werden.“ (ph)

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