Düsseldorf Wirtschaft und Verkehr

Flughafen-Herabstufung nur Zeitungsente

Düsseldorf. Mitte der Woche sorgten Zeitungsmeldungen über eine Herabstufung des Airports zum „Zubringerflughafen“ für Ärger und Unverständnis. Nachdem sich die Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel dem angenommen hatte, stellten sich die Meldungen jedoch schnell als falsch heraus. Tatsächlich stuft das Bundesverkehrsministerium den Airport der Landeshauptstadt als national bedeutsamen Flughafen ein.

„Verkehrsminister stuft Airport Düsseldorf herunter“ – so titelte die Rheinische Post (RP) am Mittwoch. In dem dazugehörigen Artikel wurde Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) vorgeworfen, er habe am Tag zuvor bei der Vorstellung eines Eckpunktepapiers zum neuen Luftverkehrskonzept der Bundesregierung „nur Frankfurt, München und Berlin als Flughäfen von nationaler Bedeutung bezeichnet“. Zu Düsseldorf habe Dobrindt gesagt, der Flughafen „spiele zwar auch weiterhin eine wichtige Rolle, leiste aber eher Zubringerdienste“.

Daraufhin machte sich in der Landeshauptstadt schnell Verärgerung und Unverständnis breit. Airport-Chef Thomas Schnalke bezeichnete die Einstufung als Zubringerflughafen als „irritierend“ und verwies auf die über 130 Langstreckenverbindungen, die die Fluggesellschaften in diesem Sommer wöchentlich von Düsseldorf aus angeboten haben. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) sprach davon, dass Düsseldorf mit 23,4 Millionen Passagieren drittgrößter Flughafen Deutschlands sei und forderte, der Bund solle den Flughafen als Airport mit nationaler Bedeutung einstufen. Die RP aber setzte noch eins drauf und schrieb am Donnerstag von der „Weigerung“ Dobrindts, den Flughafen in Düsseldorf als wichtiges nationales Drehkreuz einzustufen.

„Entwurf völlig falsch dargestellt“

Von unserer Redaktion auf die Verstimmungen in der Landeshauptstadt angesprochen, bezeichnete die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel (CDU) die Einstufung als Zubringerflughafen als „Unsinn“. Auch sagte sie sofort zu, sich der Sache anzunehmen und sich in Berlin dafür einzusetzen, „dass unser Flughafen in der Luftverkehrskonzeption der Bundesregierung den richtigen Stellenwert bekommt.“ Nur wenig später sprach sie Alexander Dobrindt an, um sich die vermeintliche Herabstufung Düsseldorfs zum Zubringerflughafen persönlich erklären zu lassen. „Er sagte mir daraufhin, dass die Zeitung die Darstellung im Entwurf für ein Luftverkehrskonzept völlig falsch dargestellt habe“, berichtete Pantel am Freitag. „Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als er mir klar erklärt hat, dass Düsseldorf selbstverständlich als drittgrößter Flughafen in Deutschland auch eine solche Bedeutung genießt.“

Ebenfalls am Freitag stellte das Bundesverkehrsministerium (BMVI) klar, was sich tatsächlich hinter dem Eckpunktepapier verbirgt, auf das sich die Zeitung bezogen hatte: Das BMVI rege für das Luftverkehrskonzept eine Positivliste von national bedeutsamen Flughäfen an, die es zu stärken gilt. Das betreffe Flughäfen mit höchstmöglicher Konnektivität und Drehkreuzfunktion, sogenannte Hubs, und Flughäfen mit wichtiger Zubringerfunktionen sowie eigenen Verbindungen nach Europa und international, ebenso Flughäfen mit besonderer Spezialisierung auf Luftfracht, Ausweichflughäfen mit 24-Stunden-Betrieb als auch Flughäfen für Forschungszwecke. Und der Flughafen in Düsseldorf befindet sich auf dieser Liste.

Bild: Flughafen Düsseldorf. Bildrechte: NRW.direkt

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